Neuer SCHUFA-Score 2026: Tabelle & Faktoren

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Der neue SCHUFA-Score gilt seit dem 17. März 2026: Er reicht von 100 bis 999 Punkten, und die SCHUFA legt erstmals offen, welche 12 Kriterien einfliessen. Vorher war die Berechnung eine Blackbox mit rund 250 Merkmalen. Unten findest du die offiziellen Punktespannen der SCHUFA, die fünf Score-Klassen und die Stellschrauben, an denen du wirklich etwas drehen kannst.
Das Wichtigste in Kürze
- Der neue Score läuft seit dem 17. März 2026 und reicht von 100 bis 999 Punkten.
- Er ersetzt den alten Basisscore in Prozent. Umrechnen lässt sich beides nicht: Wer früher 98 Prozent hatte, hat nicht automatisch 980 Punkte.
- Die Umstellung ist noch nicht durch. Zum Start nutzten laut Verbraucherzentrale erst rund 25 Prozent der SCHUFA-Vertragspartner den neuen Wert, die alten Branchenscores sind weiter im Umlauf.
- Deinen Score siehst du kostenlos im SCHUFA-Account, dazu die Punkte je Kriterium.
- Die verkürzten Löschfristen kommen nicht aus dieser Reform, sondern gelten schon seit Januar 2025.
Was ist die SCHUFA eigentlich?
Die SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist Deutschlands größte Wirtschaftsauskunftei. Banken, Vermieter, Mobilfunkanbieter und Online-Shops fragen dort deine Bonität ab, bevor sie mit dir einen Vertrag abschließen. Dein SCHUFA-Score soll zeigen, wie wahrscheinlich es ist, dass du deine Rechnungen pünktlich bezahlst. Je höher der Score, desto bessere Konditionen bekommst du, zum Beispiel bei einem Privatkredit oder einem Autokredit.
Wie funktionierte das alte Scoring?
Früher berechnete die SCHUFA deinen Score aus rund 250 Merkmalen. Welche genau, war geheim. Du hast nur eine Prozentzahl bekommen, den Basisscore von 0 bis 100 %, ohne zu wissen, warum der Wert so hoch oder niedrig ausfiel. Damit hat sich der Europäische Gerichtshof (EuGH) schon im Dezember 2023 beschäftigt: In seinem Urteil (Rechtssache C-634/21) stellte das Gericht klar, dass vollautomatisches Scoring unter den besonderen Schutz von Artikel 22 DSGVO fällt. Verbraucher haben ein Recht auf Erklärung.
Was hat sich seit März 2026 geändert?
Die neue Punkte-Skala: 100 bis 999
Der Basisscore in Prozent ist für Verbraucher Geschichte, an seine Stelle ist ein Punktewert zwischen 100 und 999 getreten. Je höher die Zahl, desto besser deine Bonität. Du siehst dabei denselben Score wie das Unternehmen, das deinen Kreditantrag prüft.
Eine Einschränkung gehört dazu: Die Umstellung läuft noch. Die Verbraucherzentrale schreibt dazu, dass zum Start "erst rund 25 Prozent der Schufa-Vertragspartner den neuen Score" nutzen und "die alten Branchen-Scores also noch im Umlauf" sind (Stand: 26. Juni 2026). Die branchenspezifischen Werte für Banken, Telekommunikation oder Handel laufen bis Ende 2028 parallel weiter. Es kann also passieren, dass zwei Unternehmen im selben Monat unterschiedliche Werte über dich abfragen.
Was die Punkte bedeuten: die fünf Score-Klassen
Die SCHUFA ordnet die Punkte in fünf Klassen ein. Die Spannen und die Bevölkerungsanteile stammen aus der offiziellen Erklärseite der SCHUFA (Quelle: schufa. de):
| Score-Klasse | Punkte | Was die SCHUFA dazu sagt |
|---|---|---|
| Hervorragend | 776 bis 999 | Geringes Risiko für Zahlungsausfälle; circa 62 Prozent der Personen liegen hier |
| Gut | 709 bis 775 | Durchschnittliches Risiko; rund 20 Prozent der Personen |
| Akzeptabel | 642 bis 708 | Leicht erhöhtes Risiko |
| Ausreichend | unterhalb der Klasse Akzeptabel | Erhöhtes Risiko |
| Ungenügend | unterster Bereich | Deutlich erhöhtes Risiko |
Zwei Dinge dazu, die oft durcheinandergehen. Erstens: Die Klassennamen sind dieselben geblieben wie beim alten Basisscore, nur die Zahl dahinter ist neu. Zweitens lässt sich alt und neu nicht umrechnen. Die Verbraucherzentrale formuliert es so: Wer beim Basis-Score 98 Prozent erreichte, hat "nicht automatisch 980 Punkte". Und der Score allein entscheidet ohnehin nicht über deinen Vertrag; Banken ziehen zusätzlich eigene Angaben heran, etwa dein frei verfügbares Haushaltseinkommen.
Die 12 Kriterien und ihre Punkte
Statt rund 250 geheimer Merkmale nennt die SCHUFA jetzt 12 Kriterien und veröffentlicht zu jedem die mögliche Punktespanne. Die folgenden Werte stehen so auf der Erklärseite der SCHUFA (Quelle: schufa. de):
| Kriterium | Punkte | Worum es geht |
|---|---|---|
| Zahlungsstörungen | 100 bis 264 | Offene Mahnungen oder Inkassofälle. Die volle Punktzahl gibt es, wenn keine Zahlungsstörung vorliegt |
| Anfragen und Abschlüsse (Bankbereich) | 0 bis 117 | Girokonten und Kreditkarten der letzten 12 Monate. Ab drei Anfragen oder Abschlüssen gibt es die Mindestpunktzahl |
| Anfragen ausserhalb des Bankenbereichs | 0 bis 99 | Telekommunikation und Online-Handel |
| Alter der aktuellen Adresse | 0 bis 94 | Wie lange du an deinem Wohnort gemeldet bist |
| Älteste Kreditkarte | 0 bis 81 | Wie lange du schon eine Kreditkarte hast |
| Ältester Bankvertrag | 0 bis 69 | Etwa dein erstes Girokonto |
| Neue Ratenkredite | 0 bis 66 | In den letzten 12 Monaten aufgenommen |
| Restlaufzeit von Ratenkrediten | 0 bis 61 | Wie lange laufende Kredite noch laufen |
| Immobilienkredit | 0 bis 55 | Ob eine Immobilienfinanzierung vorliegt |
| Identitätsprüfung | 0 bis 38 | Ob du bei der SCHUFA verifiziert bist |
| Jüngster Rahmenkredit | 0 bis 36 | Dispokredit oder Kreditlinie |
| Kreditstatus | 0 bis 19 | Ob laufende Kredite ordnungsgemäß bedient werden |
Rechne die zwölf Höchstwerte zusammen und du landest bei genau 999. Die Untergrenze von 100 kommt allein aus dem ersten Kriterium, das nie unter 100 Punkte fällt. Damit erklärt sich die Skala von selbst: 100 bis 999 ist keine gegriffene Spanne, sondern die Summe der Einzelbausteine.
Daraus folgt auch, welche Hebel überhaupt etwas bringen. Zahlungsstörungen wiegen mit bis zu 264 Punkten mehr als die nächsten drei Kriterien zusammen. Der Kreditstatus dagegen bewegt mit 19 Punkten kaum etwas. Wer seinen Score verbessern will, fängt oben in der Tabelle an, nicht unten.
Ein Detail, das bei Kreditvergleichen wichtig wird: Mehrere Anfragen innerhalb von 28 Tagen zählt die SCHUFA beim sechsten Kriterium nur einmal. Wenn du also Angebote einholst, tu es in einem Rutsch und nicht über Monate verteilt.
Wo du deinen Score kostenlos siehst
Die SCHUFA verweist auf ihrer Erklärseite auf zwei kostenlose Wege: den SCHUFA-Account und die bonify-App. Beide zeigen dir laut SCHUFA "jederzeit kostenlos und digital" die gespeicherten Daten, im Account zusätzlich die Punkte je Kriterium. Die Registrierung läuft über meineSCHUFA. de. bonify gehört als Angebot der Forteil GmbH zur SCHUFA-Gruppe.
Daneben bleibt die Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO. Sie ist kostenlos und zeigt, welche Daten über dich gespeichert sind, woher sie stammen und an wen sie weitergegeben wurden.
Alter Basisscore und neuer SCHUFA-Score im Vergleich
| Merkmal | Vorher | Seit März 2026 |
|---|---|---|
| Skala | 0-100 % (Basisscore) | 100-999 Punkte |
| Kriterien | Rund 250, nicht veröffentlicht | 12, mit Punktespannen veröffentlicht |
| Transparenz | Nur ein Prozentwert | Aufschlüsselung nach Faktoren |
| Einsicht | Datenkopie, Basisscore quartalsweise berechnet | Jederzeit kostenlos im SCHUFA-Account |
| Score für Unternehmen | Sechs eigene Branchenscores | Derselbe Wert wie für dich, Übergang bis Ende 2028 |
Löschfristen: Was schon seit 2023 gilt
Die Löschfristen wurden nicht 2026 verkürzt, sondern in zwei früheren Schritten: durch das EuGH-Urteil vom Dezember 2023 und durch den Code of Conduct der Auskunfteien seit Januar 2025. Viele Artikel werfen das mit der Score-Reform zusammen, deshalb hier die Trennung:
Seit Dezember 2023 (EuGH-Urteil): Der Europäische Gerichtshof entschied in der Rechtssache C-634/21, dass die SCHUFA Daten aus Insolvenzverfahren (Restschuldbefreiung) nicht länger speichern darf als das öffentliche Insolvenzregister. Dort werden diese Einträge nach sechs Monaten gelöscht.
Seit Januar 2025 (Code of Conduct): Der Verhaltenskodex der Auskunfteien sieht vor, dass erledigte Zahlungsstörungen unter bestimmten Bedingungen schon nach 18 Monaten statt nach drei Jahren gelöscht werden. Die Voraussetzungen: Es dürfen keine weiteren Negativmerkmale vorliegen, keine Insolvenzeinträge bestehen, und die Forderung muss innerhalb von 100 Tagen nach Einmeldung beglichen worden sein (Quelle: BaFin).
Die März-2026-Reform betrifft dagegen die Transparenz des Scorings, nicht die Löschfristen. Wer beides vermischt, wartet auf eine Verkürzung, die längst gilt.
Wie prüfe ich meinen SCHUFA-Score?
Drei Wege, die alle nichts kosten:
- SCHUFA-Account: Hier siehst du deinen Score jederzeit kostenlos, dazu die Punkte je Kriterium. Die Anmeldung läuft über meineSCHUFA. de.
- bonify-App: Der zweite kostenlose Zugang, auf den die SCHUFA selbst verweist. Anbieter ist die Forteil GmbH.
- Datenkopie nach Art. 15 DSGVO: Zeigt nicht nur den Score, sondern alle gespeicherten Einträge samt Herkunft. Die DSGVO kennt hier keine Jahresgrenze; erst bei offenkundig exzessiven Wiederholungen darf ein Entgelt verlangt werden (Art. 12 Abs. 5 DSGVO).
Die Datenkopie ist der Weg, wenn du einen Fehler vermutest. Nur dort siehst du, welches Unternehmen was gemeldet hat.
Sieben Tipps für einen besseren SCHUFA-Score
Die Reihenfolge folgt der Punktetabelle oben, also dem tatsächlichen Gewicht.
- Rechnungen pünktlich bezahlen: Mit bis zu 264 Punkten ist das der schwerste Hebel überhaupt. Auch kleine Beträge lösen einen Eintrag aus, wenn sie lange offen bleiben.
- Anfragen bündeln: Mehrere Anfragen innerhalb von 28 Tagen zählen nur einmal, ab drei Anfragen oder Abschlüssen in 12 Monaten gibt es nur noch die Mindestpunktzahl. Wenn du einen Kredit vergleichen willst, hol die Angebote in einem Zeitraum ein, nicht über das Jahr verteilt. Über Vergleichsportale laufen die Abfragen ausserdem als Konditionsanfragen, die deinen Score nicht belasten.
- Adresse stabil halten: Das Alter deiner aktuellen Adresse bringt bis zu 94 Punkte. Häufige Umzüge kosten hier.
- Alte Konten und Karten laufen lassen: Hier hat sich die verbreitete Empfehlung umgedreht. Älteste Kreditkarte und ältester Bankvertrag bringen zusammen bis zu 150 Punkte, und beide zählen das Alter. Wer seine erste Karte kündigt, verliert genau diese Historie. Sinnvoll ist es trotzdem, Karten zu kündigen, die Gebühren kosten und die du nie nutzt. Nur eben nicht die älteste.
- Daten prüfen: Fordere deine kostenlose Datenkopie an und kontrolliere jeden Eintrag. Falsche Negativmerkmale kannst du löschen lassen.
- Identität verifizieren: Die Identitätsprüfung bei der SCHUFA bringt bis zu 38 Punkte und ist einmalig erledigt.
- Keine Restschuldversicherung abschließen: Die BaFin rät Verbrauchern seit Jahren davon ab. Sie ist teuer, bringt keinen Score-Vorteil und erhöht nur die Kreditkosten.
Auswirkungen auf Kreditanträge
Vor einem Kreditantrag siehst du jetzt im SCHUFA-Account, in welcher der fünf Klassen du stehst und welches der 12 Kriterien Punkte kostet. Liegst du knapp unter einer Klassengrenze, etwa bei 705 statt 709 Punkten, lohnt es sich, erst die Datenkopie zu prüfen und offene Anfragen abzuwarten, bevor du den Antrag stellst. Das hat praktische Vorteile: Du kannst gezielt an deinem Score arbeiten, bevor du einen Kredit beantragst. Und du erkennst früh, ob es Einträge gibt, die deine Chancen verschlechtern.
Wenn dein Score aktuell nicht optimal ist, kann ein Kredit ohne SCHUFA eine Alternative sein. Dabei prüfen Anbieter deine Bonität über andere Wege. Vergleiche aber immer die Konditionen, denn SCHUFA-freie Kredite haben oft höhere Zinsen.
Fazit
Zum ersten Mal kannst du nachrechnen, woher dein Score kommt. Die zwölf Punktespannen ergeben zusammen genau die Skala von 100 bis 999, und daran siehst du auch, wo sich Mühe lohnt: oben bei den Zahlungsstörungen und den Anfragen, nicht unten beim Kreditstatus. Hol dir deinen aktuellen Wert, prüfe die Einträge auf Fehler und plane Kreditanfragen in einem Zeitfenster, bevor du das nächste Mal einen Privatkredit oder eine Finanzierung beantragst.
Häufig gestellte Fragen
Seit wann gilt der neue SCHUFA-Score?
Seit dem 17. März 2026. Die Unternehmen stellen aber nach und nach um: Zum Start nutzten laut Verbraucherzentrale rund 25 Prozent der Vertragspartner den neuen Wert, die alten Branchenscores laufen bis Ende 2028 weiter.
Was bedeuten die Punkte?
Die SCHUFA teilt die Skala in fünf Klassen: Hervorragend ab 776 Punkten, Gut ab 709, Akzeptabel ab 642, darunter Ausreichend und Ungenügend. Rund 62 Prozent der Personen liegen in der besten Klasse.
Wie viele Punkte hätte ich mit meinem alten Prozentwert?
Das lässt sich nicht umrechnen. Die Verbraucherzentrale stellt klar: Wer beim Basis-Score 98 Prozent erreichte, hat nicht automatisch 980 Punkte.
Kostet der SCHUFA-Account Geld?
Nein. Score-Einsicht und die Aufschlüsselung nach Kriterien sind kostenlos, ebenso der Zugang über die bonify-App. Daneben bleibt die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO.
Werden negative Einträge jetzt schneller gelöscht?
Die verkürzten Löschfristen von 18 Monaten statt drei Jahren bei bestimmten erledigten Forderungen gelten seit Januar 2025 durch den Code of Conduct der Auskunfteien. Mit der März-2026-Reform hat das nichts zu tun.
Schadet eine Score-Abfrage meinem Score?
Nein. Deine eigene Abfrage ist etwas anderes als eine Kreditanfrage eines Unternehmens und verschlechtert den Wert nicht.
Welches Kriterium zählt am meisten?
Zahlungsstörungen mit bis zu 264 Punkten. Danach folgen Anfragen und Abschlüsse im Bankbereich mit bis zu 117 und Anfragen ausserhalb des Bankenbereichs mit bis zu 99 Punkten.
Kann ich falsche SCHUFA-Einträge löschen lassen?
Ja. Wenn du in deiner Datenkopie fehlerhafte Einträge findest, kannst du bei der SCHUFA eine Korrektur beantragen. Bei Streit hilft die Verbraucherzentrale weiter.