Strompreise 2026: bis 868 € sparen
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Was kostet Strom 2026 wirklich?
Der Durchschnittspreis für Strom liegt laut BDEW im Januar 2026 bei 37,2 Cent pro kWh in Deutschland. Klingt viel? Für Neukunden sieht die Lage deutlich besser aus: Laut Verivox zahlst du als Neukunde aktuell zwischen 25,9 und 28 Cent pro kWh. Wer dagegen noch in der Grundversorgung hängt, zahlt mit rund 46 Cent pro kWh fast doppelt so viel.
Das heisst konkret: Ein 4-Personen-Haushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch zahlt in der Grundversorgung ungefähr 1.840 EUR im Jahr. Mit einem günstigen Neukundentarif wären es nur rund 1.040 EUR. Die Differenz? Bis zu 868 EUR Ersparnis pro Jahr (Verivox, März 2026). Finanztip empfiehlt aktuell Tarife mit 31,63 Cent pro kWh (Stand: 7. April 2026).
| Tarif-Typ | Preis pro kWh | Kosten bei 4.000 kWh/Jahr | Quelle |
|---|---|---|---|
| Grundversorgung | ~46 ct/kWh | ~1.840 EUR | Verivox März 2026 |
| BDEW-Durchschnitt | 37,2 ct/kWh | ~1.488 EUR | BDEW Januar 2026 |
| Finanztip-Empfehlung | 31,63 ct/kWh | ~1.265 EUR | Finanztip 07.04.2026 |
| Neukunden günstig | 25,9-28 ct/kWh | ~1.036-1.120 EUR | Verivox März 2026 |
Woraus setzt sich der Strompreis zusammen?
Viele wissen gar nicht, wofür sie eigentlich bezahlen. Der Strompreis in Deutschland besteht aus drei grossen Blöcken (BDEW Strompreisanalyse Januar 2026):
Beschaffung und Vertrieb: 15,4 ct/kWh (41 Prozent)
Das ist der eigentliche Strompreis, den dein Anbieter an der Börse oder über langfristige Verträge zahlt. Hier liegt der größte Unterschied zwischen teuren und günstigen Tarifen.
Netzentgelte: 9,3 ct/kWh netto (25 Prozent)
Die Kosten für den Transport des Stroms. Diese Gebühr zahlst du immer, egal bei welchem Anbieter. 2026 sind die Netzentgelte in allen Bundesländern gesunken, im Schnitt um 2,2 ct/kWh (brutto).
Steuern, Abgaben und Umlagen: 12,6 ct/kWh (34 Prozent)
Dazu gehören Stromsteuer, Konzessionsabgabe und Mehrwertsteuer. Die EEG-Umlage entfällt seit 2023.
Strompreise nach Bundesland: Wo ist Strom am teuersten?
Die Strompreise in Deutschland unterscheiden sich je nach Region. Der Grund: unterschiedliche Netzentgelte.
- Mecklenburg-Vorpommern: rund 25,6 ct/kWh (am günstigsten)
- Bremen und Niedersachsen: rund 26-27 ct/kWh
- Bayern und Baden-Wuerttemberg: rund 27-28 ct/kWh
- Hamburg: rund 31 ct/kWh (am teuersten)
Wichtig: Diese Unterschiede gelten für Neukunden. In der Grundversorgung ist der Abstand noch größer.
Tipp 1: Raus aus der Grundversorgung
Wenn du noch bei deinem örtlichen Grundversorger bist, zahlst du mit Abstand am meisten. Der Wechsel ist der größte Hebel überhaupt. Allein dieser Schritt kann dir laut Verivox bei 4.000 kWh Jahresverbrauch bis zu 868 EUR pro Jahr sparen.
Keine Angst vor dem Wechsel: Dein Strom wird nicht abgestellt. Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG Paragraf 36) garantiert dir jederzeit eine Grundversorgung. Der Anbieterwechsel dauert maximal 3 Werktage (EnWG Paragraf 20a). Hier kannst du deinen Tarif direkt vergleichen.
Tipp 2: Preisgarantie für 12 Monate sichern
Finanztip empfiehlt Tarife mit mindestens 12 Monaten Preisgarantie. Der aktuell empfohlene Tarif liegt bei 31,63 Cent pro kWh mit voller Preisbindung (Stand: 7. April 2026). So bist du vor Preiserhöhungen geschützt.
Achte auf die Vertragslaufzeit. Maximal 12 Monate sind sinnvoll. Längere Verträge nehmen dir die Flexibilität, bei sinkenden Preisen zu wechseln. Und falls dein Anbieter doch die Preise erhöht: Du hast ein Sonderkündigungsrecht (EnWG Paragraf 41 Absatz 5). Dann kannst du innerhalb eines Monats kündigen.
Tipp 3: Jährlich den Anbieter vergleichen
Wer regelmäßig wechselt, spart laut Finanztip im Schnitt rund 300 EUR pro Jahr. Der Trick: Neukundenboni und günstige Einstiegstarife nutzen. Nach 12 Monaten läuft der Bonus aus und die Preise steigen oft. Dann einfach wieder vergleichen.
Der Wechsel selbst ist unkompliziert: Postleitzahl und Jahresverbrauch eingeben, Tarif auswählen, fertig. Den Rest erledigt dein neuer Anbieter. Er kündigt den alten Vertrag und koordiniert die Umstellung. Jetzt kostenlos Tarife vergleichen.
Tipp 4: Stromverbrauch gezielt senken
Neben dem Tarifwechsel lohnt es sich, den eigenen Verbrauch unter die Lupe zu nehmen. Hier ein paar Massnahmen, die wirklich was bringen:
- LED statt Gluehbirne: Spart bis zu 80 Prozent bei der Beleuchtung
- Stand-by abschalten: Steckerleisten mit Schalter nutzen. Stand-by-Verbrauch kostet einen durchschnittlichen Haushalt rund 100 EUR im Jahr
- Energielabel beachten: Seit 2021 gilt die neue EU-Skala von A bis G. Beim nächsten Geraetekauf auf A oder B achten
- Waschmaschine bei 30 Grad: Reicht für normale Waesche und spart gegenüber 60 Grad rund 50 Prozent Energie
| Haushalt | Einfamilienhaus | Mehrfamilienhaus |
|---|---|---|
| 1 Person | 1.800 kWh | 1.200 kWh |
| 2 Personen | 2.700 kWh | 1.900 kWh |
| 3 Personen | 3.500 kWh | 2.400 kWh |
| 4 Personen | 3.800 kWh | 2.600 kWh |
Wer über eine Solaranlage ohne Eigenkapital nachdenkt, kann langfristig noch deutlich mehr sparen. Und mit einem KfW-Kredit 270 gibt es dafür günstige Finanzierungen.
Tipp 5: Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen nutzen
Erhöht dein Anbieter die Preise, musst du das nicht einfach hinnehmen. Laut EnWG Paragraf 41 Absatz 5 hast du bei jeder Preisaenderung ein Sonderkündigungsrecht. Du hast einen Monat Zeit, um den Vertrag zu kündigen und zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.
Das gilt auch bei Umzuegen: Nach EnWG Paragraf 41b kannst du bei einem Wohnortwechsel deinen Stromvertrag mit sechs Wochen Frist kündigen. In der Grundversorgung reichen sogar zwei Wochen (StromGVV Paragraf 5).
Dynamische Stromtarife: Lohnt sich das 2026?
Seit 2025 müssen größere Versorger dynamische Tarife anbieten. Bei diesen Tarifen schwankt der Preis je nach Boersenstrompreis. In Zeiten mit viel Wind- und Sonnenenergie kann der Preis sogar negativ werden.
Lohnen tut sich das vor allem bei flexiblen Grossverbrauchern: Wärmepumpe, Wallbox für E-Auto oder Speicher. Für den durchschnittlichen Haushalt ist ein Festpreistarif mit 12 Monaten Preisgarantie die sicherere Wahl.
Was hat sich 2026 beim Strom geändert?
Drei wichtige Änderungen, die du kennen solltest:
- Strompreisbremse ist weg: Die staatliche Preisdeckelung ist seit Ende 2023 ausgelaufen. Der Markt bestimmt die Preise wieder allein
- 6,5 Milliarden EUR Netzentgelt-Zuschuss: Die Bundesregierung subventioniert 2026 die Netzentgelte. Das drückt den Strompreis etwas nach unten
- Energy Sharing ab Juni 2026: Mit dem neuen EnWG Paragraf 42c können Nachbarn künftig Strom aus lokalen Solaranlagen direkt teilen. Kann für Mieter interessant werden
Deine Rechte als Stromkunde
Als Verbraucher hast du starke Rechte. Hier die wichtigsten:
- Grundversorgung garantiert (EnWG Paragraf 36): Dein oertlicher Versorger muss dich immer mit Strom beliefern
- Sonderkündigung bei Preiserhöhung (EnWG Paragraf 41 Abs. 5): Ein Monat Kündigungsfrist
- Schneller Wechsel (EnWG Paragraf 20a): Maximal 3 Werktage
- Kündigung bei Umzug (EnWG Paragraf 41b): 6 Wochen Frist
- Grundversorgung kündigen (StromGVV Paragraf 5): Nur 2 Wochen Frist
Weitere Vergleiche, die sich lohnen
Strom ist oft nur der Anfang. Wer einmal angefangen hat zu vergleichen, findet überall Sparpotenzial:
- Gaspreise vergleichen und auch beim Heizen sparen
- KFZ-Versicherung wechseln und mehrere hundert Euro im Jahr sparen
- Günstige Autokredite finden
- Baufinanzierung vergleichen und beim Eigenheim sparen
- DSL-Tarife vergleichen und Internetkosten senken
Brauchst du gerade einen günstigen Ratenkredit? Auch hier lohnt sich der Vergleich.
Quellen: BDEW Strompreisanalyse Januar 2026, Finanztip Strompreisvergleich 17. März 2026, Verivox Strompreisindex März 2026, Bundesregierung (Netzentgelt-Zuschuss, Energy Sharing EnWG Paragraf 42c), Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), Stromgrundversorgungsverordnung (StromGVV).