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Marktanalyse

Gaspreisentwicklung 2026
Aktuelle Preise, Verlauf und Prognose

Die Gaspreisentwicklung beschreibt, wie sich der Erdgaspreis für Endkunden in Deutschland über die Zeit verändert. Im Mai 2026 zahlen Neukunden im Schnitt rund 10,8 ct/kWh, in der Grundversorgung deutlich mehr.

Quellen: BNetzA, BDEW, FinanztipAutor: Checkalle

Das Wichtigste in Kürze

  • Aktuell (Mai 2026): Neukundentarife rund 10,8 ct/kWh, Grundversorgung oft über 13 ct/kWh (Quelle: Finanztip).
  • Nach dem Krisen-Hoch 2022 (über 20 ct/kWh) haben sich die Preise auf moderatem Niveau stabilisiert (BNetzA, EEX-Spotmarkt).
  • Drei Preisblöcke: Beschaffung ~45 %, Netzentgelte ~23 %, Steuern und Umlagen ~31 % (BDEW Gaspreis-Dossier).
  • Aus der Grundversorgung in einen aktuellen Tarif: 400 bis 900 € Ersparnis pro Jahr bei 4-Personen-Haushalt (Verbraucherzentrale).

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Aktuelle Gaspreise im Mai 2026

Wenn du heute einen neuen Gasvertrag abschließt, zahlst du im Bundesschnitt rund 10,8 Cent pro Kilowattstunde plus rund 12 € Grundgebühr im Monat. Diese Werte schwanken je nach Postleitzahl, Verbrauch und Vertragslaufzeit. Finanztip aktualisiert die Zahlen monatlich, die Bundesnetzagentur veröffentlicht den realen Großhandelspreis täglich.

In der Grundversorgung sieht das anders aus. Wer nichts unternimmt, hängt automatisch beim örtlichen Grundversorger und zahlt im Schnitt 13 bis 15 ct/kWh. Auf einen Vier-Personen-Haushalt mit 20.000 kWh Jahresverbrauch sind das schnell 400 bis 900 € Mehrkosten pro Jahr im Vergleich zu einem aktuellen Wechseltarif.

Single (5.000 kWh)

Wechseltarif: ~660 € · Grundversorgung: ~800 €

Familie (20.000 kWh)

Wechseltarif: ~2.400 € · Grundversorgung: ~3.000 €

Einfamilienhaus (30.000 kWh)

Wechseltarif: ~3.500 € · Grundversorgung: ~4.500 €

Werte gerundet, Quellen: Finanztip Gaspreis-Index Mai 2026, BDEW Marktbericht. Genauere Werte für deine PLZ liefert der Vergleichsrechner.

So lief die Gaspreisentwicklung seit 2015

Der lange Verlauf nach Daten von BDEW, Finanztip und Bundesnetzagentur. Bis 2021 stabil, 2022 Krisen-Hoch, seit 2024 wieder normalisiert.

2020

5,5 bis 6,5 ct/kWh
günstig

2021

6,8 bis 7,8 ct/kWh
leichter Anstieg

2022

14,0 bis 22,0 ct/kWh
Krisen-Hoch

2023

11,5 bis 13,0 ct/kWh
fallend

2024

10,5 bis 12,0 ct/kWh
stabilisiert

2025

10,2 bis 11,5 ct/kWh
stabil

2026

rund 10,8 ct/kWh
Mai 2026 (Finanztip)

Quelle: BDEW Gaspreis-Übersicht, Finanztip, BNetzA.

Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

Der Preis am Monatsende ist kein Zufallswert. Er besteht aus drei Blöcken, die der BDEW jährlich aufschlüsselt.

Beschaffung & Vertrieb

~45 %

Einkauf am Großhandel (EEX-Future), Marge des Versorgers, Vertriebskosten. Hier wirkt sich ein Tarifwechsel direkt aus.

Netzentgelte

~23 %

Reguliert durch die Bundesnetzagentur. Höhe variiert nach Region, in Bayern und Brandenburg teils 30 % höher als im Ruhrgebiet.

Steuern, Abgaben, Umlagen

~31 %

Mehrwertsteuer 19 %, Erdgassteuer (~0,55 ct/kWh), Konzessionsabgabe, CO₂-Preis nach BEHG. Speicherumlage entfällt seit 01.01.2026.

Quelle: BDEW Gaspreis-Dossier. Etwa die Hälfte deines Tarifs ist Netzentgelt plus Staat. Den 45 %-Beschaffungsblock kannst du durch einen Tarifwechsel beeinflussen.

CO₂-Preis und Gasspeicherumlage: Was 2026 anders ist

Zwei staatliche Hebel beeinflussen die Gaspreisentwicklung 2026 spürbar.

Gasspeicherumlage entfällt zum 01.01.2026

Die Umlage finanzierte das Auffüllen der staatlichen Reservespeicher und betrug zuletzt 1,86 €/MWh, bezahlt direkt durch die Gaskunden. Trading Hub Europe hat die Erhebung Ende 2025 eingestellt, weil der Speichermarkt wieder normal funktioniert (Quelle: BNetzA-Mitteilung). Für einen 20.000-kWh-Haushalt sind das etwa 37 € weniger pro Jahr.

CO₂-Preis steigt weiter

Nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) steigt der nationale CO₂-Preis jährlich. 2025 lag er laut BMWK bei 55 €/Tonne, 2026 nach Plan bei rund 65 €/Tonne. Für Erdgas bedeutet das rund 1,3 ct/kWh aus diesem Block, also für einen 20.000-kWh-Haushalt etwa 260 € im Jahr nur durch den CO₂-Anteil.

Beide Effekte laufen gegeneinander. Die wegfallende Speicherumlage entlastet ein wenig, der steigende CO₂-Preis belastet stärker. Netto rechnen Experten wie Finanztip mit einem leichten Aufwärtsdruck auf die Endkundenpreise im Jahresverlauf 2026, aber kein neues 2022-Szenario.

Gaspreis-Prognose: Was kommt 2026 und danach?

Eine seriöse Prognose ist schwierig, weil zu viele Variablen mitspielen. Aus den Daten von BDEW, Agora Energiewende und Fraunhofer IEG lassen sich zwei Szenarien ableiten.

Wahrscheinlich

Realistisches Szenario

Stabilisierung um 10 bis 12 ct/kWh für Neukunden bis Ende 2026. Der CO₂-Preis-Anstieg gleicht die wegfallende Speicherumlage mehr als aus, größere Sprünge sind ohne neue Krise unwahrscheinlich.

Möglich, kein Hauptpfad

Krisen-Szenario

Ein Konflikt um Pipeline-Routen, ein extrem kalter Winter oder Streiks bei LNG-Terminals könnten den Großhandelspreis kurzfristig wieder über 100 €/MWh treiben. Bei den Endkundentarifen würde das mit drei bis sechs Monaten Verzögerung ankommen.

Mittel- bis langfristig (2027 bis 2030): Wasserstoffhochlauf, weitere CO₂-Preissteigerungen und die Wärmepumpen-Förderung wirken auf den Gaspreis. Fraunhofer IEG rechnet damit, dass Erdgas zum Heizen bis 2030 strukturell teurer wird als Strom für moderne Wärmepumpen.

Mieter und Eigentümer: Wer trägt die Gaspreisentwicklung?

Eine Frage, die selten in den Top-10-Suchergebnissen auftaucht, aber für viele Haushalte entscheidend ist.

Eigentümer

Du wählst deinen Tarif selbst, kannst also auf jede Preiserhöhung mit Wechsel reagieren. Tarifwechsel ist der einzige Hebel, mit dem du den Beschaffungsanteil senkst.

Mieter mit Zentralheizung

Den Gaspreis wählt der Vermieter, du zahlst über die Heizkostenabrechnung. Bei Streitfällen hilft die Verbraucherzentrale.

Mieter mit Etagenheizung

Du wirst behandelt wie ein Eigentümer, schließt deinen eigenen Vertrag ab und kannst frei wechseln. Sonderkündigungsrecht gilt genauso wie für Hausbesitzer.

Sparen mit Sonderkündigungsrecht und Tarifwechsel

Drei Hebel, die in der Praxis funktionieren.

Sonderkündigungsrecht

Nach Preiserhöhung 2 Wochen Zeit zur Kündigung, auch innerhalb der Vertragslaufzeit (§ 41 Abs. 5 EnWG).

Aus der Grundversorgung raus

2 Wochen Kündigungsfrist, dann in einen Wechseltarif. Spart oft mehrere hundert Euro im Jahr.

Kurze Laufzeit + Preisgarantie

12 Monate Vertragslaufzeit mit Preisgarantie auf den Arbeitspreis ist 2026 die solideste Kombination.

Direkt loslegen

Wenn du dir den Stress sparen willst, vergleiche jetzt online über unseren Gasvergleich. Der Wechsel selbst dauert keine 10 Minuten, der neue Versorger übernimmt die Kündigung beim alten. Wer eine Gas-Preiserhöhung erhalten hat, kann das Sonderkündigungsrecht nutzen. Zum Thema staatliche Bremse: Gaspreisbremse 2026.

Bonus: Andere Fixkosten gleich mit prüfen

Wer Tarife regelmäßig vergleicht, hat mehr Spielraum bei größeren Anschaffungen. Schau auch in den Strom-Vergleich und den DSL-Vergleich. Falls du eine Finanzierung brauchst statt Dispo-Falle: Kredit-Vergleich.

Häufige Fragen zur Gaspreisentwicklung

Acht echte Fragen aus Suchanfragen und Kundengesprächen, kompakt beantwortet.

Wie haben sich die Gaspreise seit 2020 entwickelt?

Vor 2022 lagen die Endkundentarife in Deutschland stabil bei rund 6 bis 7 ct/kWh. Mit dem Ukraine-Krieg sprangen sie 2022 auf über 20 ct/kWh, danach normalisierten sie sich Schritt für Schritt. Im Mai 2026 zahlen Neukunden im Schnitt rund 10,8 ct/kWh. Quellen: BDEW Gaspreis-Dossier, Finanztip Gaspreis-Index.

Wie viel kostet 1 kWh Gas aktuell?

Im Mai 2026 zahlen Neukunden rund 10,8 ct/kWh, Bestandskunden in der Grundversorgung 13 bis 15 ct/kWh. Dazu kommt eine monatliche Grundgebühr von etwa 10 bis 14 €. Genaue Werte für deine Postleitzahl liefert ein aktueller Tarifvergleich.

Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

Rund 45 % entfallen auf Beschaffung und Vertrieb, 23 % auf Netzentgelte und 31 % auf Steuern, Abgaben und Umlagen. Dazu zählen Mehrwertsteuer, Erdgassteuer, Konzessionsabgabe und der nationale CO₂-Preis nach BEHG. Quelle: BDEW.

Werden die Gaspreise 2026 weiter sinken?

Im Hauptpfad nicht. Der Wegfall der Gasspeicherumlage zum 01.01.2026 entlastet leicht, aber der CO₂-Preis steigt nach BEHG-Plan auf rund 65 €/Tonne. Finanztip und BDEW erwarten eine seitliche bis leicht steigende Entwicklung. Größere Preissprünge wären nur bei einer neuen Energiekrise wahrscheinlich.

Was ist der beste Zeitpunkt für einen Gas-Tarifwechsel?

Sobald du eine Preiserhöhung in Aussicht hast, ist das dein Moment. Per Sonderkündigungsrecht nach § 41 Abs. 5 EnWG kannst du innerhalb von zwei Wochen kündigen, auch wenn deine Vertragslaufzeit noch nicht ausgelaufen ist. Wer in der Grundversorgung steckt, kann jederzeit mit zwei Wochen Frist wechseln.

Wie viel kann ich durch einen Wechsel sparen?

Ein Vier-Personen-Haushalt mit 20.000 kWh spart laut Verbraucherzentrale durch den Wechsel aus der Grundversorgung in einen aktuellen Tarif typischerweise 400 bis 900 € pro Jahr. Bei sehr alten Verträgen oder hohen Verbräuchen kann es mehr werden, in Niedrigverbrauchs-Wohnungen weniger.

Welche Rolle spielt der CO₂-Preis bei der Gaspreisentwicklung?

Der CO₂-Preis nach BEHG ist seit 2021 ein fester Treiber. 2025 lag er bei 55 €/Tonne, 2026 nach Plan bei rund 65 €/Tonne. Auf den Endkundenpreis schlagen sich davon rund 1,3 ct/kWh durch. Die jeweils gültigen Sätze findest du beim BMWK.

Lohnt sich Erdgas 2026 noch oder sollte ich auf Wärmepumpe umsteigen?

Mit einer modernen Gasbrennwertheizung und gutem Tarif bleibst du 2026 wirtschaftlich. Mittelfristig, also Richtung 2030, wird Erdgas durch CO₂-Preis und Netzentgelte strukturell teurer als Strom für eine effiziente Wärmepumpe. Eine Gasheizung von vor 2010 sollte ohnehin in den nächsten Jahren auf den Prüfstand. Studien dazu liefert das Fraunhofer IEG.

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