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Autobahn bei Sonnenaufgang in Deutschland – Symbol für Pendler
Reform 2026

Pendlerpauschale 2026: 0,38 € pro Kilometer ab km 1

Seit dem 1. Januar 2026 gilt einheitlich 38 Cent für jeden Kilometer Deiner einfachen Entfernung. Die alte Staffelung (30 ct bis km 20) ist Geschichte. So holst Du Dir Dein Geld zurück.

Einheitlich ab km 1§ 9 EStGZeitlich unbefristetHöchstgrenze ÖPNV: 4.500 €
Autor: Checkalle Redaktion

Das Wichtigste in Kürze

  • Neuer einheitlicher Satz 2026: 0,38 € pro Kilometer ab dem ersten Entfernungskilometer (vorher gestaffelt 0,30 € / 0,38 €).
  • Rechtsgrundlage: § 9 Abs. 1 Nr. 4 Einkommensteuergesetz (EStG) – zeitlich unbefristet.
  • ÖPNV-Höchstgrenze: 4.500 € pro Jahr (es sei denn, Du weist höhere tatsächliche Kosten nach).
  • Wer kein Steuern zahlt: kann statt des Abzugs die Mobilitätsprämie nach § 101 EStG beantragen (14 % der Bemessungsgrundlage).
  • Homeoffice-Tage: keine Pendlerpauschale, dafür 6 € Homeoffice-Pauschale pro Tag (max. 1.260 €/Jahr).
  • Konkretes Beispiel: 35 km × 220 Tage × 0,38 € = 2.926 € Werbungskosten. Bei 35 % Grenzsteuersatz rund 1.024 € weniger Steuer.

Pendlerpauschale 2026 auf einen Blick

Ab km 1

0,38 €

pro Kilometer einfache Entfernung

ÖPNV-Höchstgrenze

4.500 €

pro Jahr (Autofahrer ohne Limit)

Mobilitätsprämie

14 %

für Geringverdiener unter 12.348 €

Quelle: § 9 Abs. 1 Nr. 4 EStG · BMF-Schreiben „Das ändert sich 2026" · Anhang 14 Lohnsteuer-Handbuch 2026.

Was hat sich 2026 geändert?

Bis Ende 2025 galt eine zweistufige Pendlerpauschale: für die ersten 20 km nur 0,30 €, erst ab dem 21. Kilometer 0,38 €. Mit Wirkung zum 1. Januar 2026 wurde diese Staffelung abgeschafft. Es gilt nun einheitlich 0,38 € ab dem ersten Kilometer – laut Bundesfinanzministerium „zeitlich unbefristet".

ZeitraumErste 20 kmAb km 21Rechtsgrundlage
20210,30 €/km0,35 €/km§ 9 EStG (alt)
2022 – 20250,30 €/km0,38 €/km§ 9 EStG (alt)
ab 2026einheitlich 0,38 €/km ab dem ersten Kilometer§ 9 EStG (neu)

Wer kurze Wege hat, profitiert am stärksten: Bei 15 km Entfernung steigt die jährliche Pauschale (220 Tage) von 990 € (2025) auf 1.254 € (2026) – plus 264 € Werbungskosten.

So berechnest Du Deine Pendlerpauschale 2026

Formel

km × Arbeitstage × 0,38 €
  • km = einfache Entfernung Wohnung → erste Tätigkeitsstätte
  • Arbeitstage = tatsächliche Tage im Büro (typisch 220 – 230)
  • Pro Tag zählt nur eine Strecke, nicht Hin- und Rückfahrt.

Konkretes Beispiel

  • Entfernung Wohnung → Arbeit35 km
  • Arbeitstage pro Jahr220 Tage
  • Pendlerpauschale 20260,38 € / km
  • Werbungskosten gesamt2.926 €
  • ≈ Steuerersparnis (35 % Grenzsteuer)1.024 €

Pauschale & Steuerersparnis nach Entfernung (220 Arbeitstage)

EntfernungWerbungskosten / Jahr≈ Ersparnis bei 25 % Grenzsteuer≈ Ersparnis bei 35 % Grenzsteuer≈ Ersparnis bei 42 % Grenzsteuer
10 km836 €209 €293 €351 €
20 km1.672 €418 €585 €702 €
35 km2.926 €732 €1.024 €1.229 €
50 km4.180 €1.045 €1.463 €1.756 €
80 km6.688 €1.672 €2.341 €2.809 €

Hinweis: Die tatsächliche Steuerersparnis hängt von Deinem persönlichen Grenzsteuersatz und weiteren Werbungskosten ab. Die Werte hier sind Richtwerte zur Orientierung. Für eine verbindliche Berechnung wende Dich an einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein.

Gilt für alle Verkehrsmittel

Die Entfernungspauschale ist verkehrsmittelunabhängig (§ 9 Abs. 1 Nr. 4 EStG). Du darfst sie ansetzen, egal womit Du zur Arbeit kommst – sogar wenn Du täglich das Verkehrsmittel wechselst.

Auto

Volle Pauschale, kein Limit

ÖPNV / Bahn

Pauschale oder echte Kosten

Fahrgemeinschaft

Jeder Teilnehmer separat

Fahrrad / zu Fuß

Volle Pauschale

ÖPNV-Tipp: Wenn Deine tatsächlichen Ticketkosten (z. B. Jahres-Bahncard, Deutschlandticket bei eigener Zahlung) über der ÖPNV-Höchstgrenze von 4.500 € liegen, kannst Du die Belege nachweisen und die echten Kosten statt der Pauschale ansetzen.

Homeoffice + Pendlerpauschale richtig kombinieren

Seit 2023 sind Pendlerpauschale und Homeoffice-Pauschale gemeinsam absetzbar – aber niemals für denselben Tag. Für jeden Tag, an dem Du zur Arbeit fährst, gibt es die Pendlerpauschale. Für jeden Tag, an dem Du daheim arbeitest, gibt es die Homeoffice-Pauschale.

Pendlerpauschale

  • Höhe: 0,38 €/km × Entfernung × Bürotage
  • Bedingung: Du fährst zur ersten Tätigkeitsstätte
  • Höchstgrenze: 4.500 €/Jahr bei ÖPNV (Auto: kein Limit)
  • Wo eintragen: Anlage N, Zeile 31 ff.

Homeoffice-Pauschale

  • Höhe: 6 € pro Homeoffice-Tag
  • Höchstgrenze: 1.260 €/Jahr (entspricht 210 Tagen)
  • Bedingung: Berufliche Tätigkeit vom Wohnsitz aus
  • Wo eintragen: Anlage N, Zeile 45

Kombi-Beispiel: 3 Tage Büro + 2 Tage Homeoffice

Bei 35 km Entfernung, 130 Bürotagen und 90 Homeoffice-Tagen im Jahr:

  • Pendlerpauschale: 35 km × 130 Tage × 0,38 € = 1.729 €
  • Homeoffice-Pauschale: 90 Tage × 6 € = 540 €
  • Gesamt absetzbar: 2.269 € Werbungskosten

Mobilitätsprämie für Geringverdiener

Wer so wenig verdient, dass keine Einkommensteuer anfällt, profitiert nicht vom normalen Werbungskostenabzug. Für diese Gruppe gibt es seit 2021 die Mobilitätsprämie nach § 101 EStG – eine echte Auszahlung als Steuergeschenk, kein virtueller Abzug.

  • Wer kann sie beantragen? Arbeitnehmer mit einem zu versteuernden Einkommen unter dem Grundfreibetrag (2026: 12.348 €).
  • Höhe: 14 % der Bemessungsgrundlage (nach geltender Fassung des § 101 EStG).
  • So beantragst Du sie: Mit der Anlage Mobilitätsprämie zur Einkommensteuererklärung (ELSTER oder Papier).
  • Auszahlung: als Erstattung vom Finanzamt nach Bescheid.

Wichtig: Die genaue Berechnung der Bemessungsgrundlage ist nach der Reform 2026 komplex und hängt von Deinem konkreten Einkommen und der gefahrenen Strecke ab. Im Zweifel hilft Dir die Lohnsteuerhilfe (VLH) oder ein Steuerberater bei der korrekten Antragstellung.

Wichtige Tipps & Stolperfallen

Kürzeste Straßenverbindung zählt

Das Finanzamt rechnet mit der kürzesten Straßenverbindung – auch wenn Du einen längeren Weg fährst. Umwege akzeptiert das Amt nur, wenn sie nachweislich verkehrsgünstiger sind (z. B. Autobahn statt Landstraße bei Stau).

220 Arbeitstage als Richtwert

Für Vollzeit akzeptiert das Finanzamt in der Regel 220 – 230 Tage. Davon ziehst Du Urlaub, Krankheits- und Homeoffice-Tage ab. Halbjahres-Beschäftigung, Elternzeit oder Teilzeit verändern den Wert entsprechend.

Deutschlandticket & Jobticket

Zuschüsse vom Arbeitgeber zum Deutschlandticket oder Jobticket sind steuerfrei – mindern aber Deine absetzbare Pendlerpauschale um den entsprechenden Betrag. Trag den Zuschuss in der Anlage N ein.

Werbungskostenpauschbetrag beachten

Erst über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag (1.230 €) lohnt sich der detaillierte Nachweis Deiner Werbungskosten. Bei rund 16 km Pendelstrecke (220 Tage) knackst Du diese Schwelle bereits – also fast immer abrechnen!

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Häufige Fragen zur Pendlerpauschale 2026

Wie hoch ist die Pendlerpauschale 2026?

Ab dem 1. Januar 2026 gilt einheitlich 0,38 € pro Kilometer der einfachen Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Die alte Staffelung (0,30 € für die ersten 20 km und 0,38 € ab km 21) ist zum Jahreswechsel weggefallen. Quelle: § 9 EStG Abs. 1 Nr. 4.

Wie berechne ich meine Pendlerpauschale 2026 konkret?

Formel: einfache Entfernung in km × Arbeitstage × 0,38 €. Beispiel bei 35 km Strecke und 220 Arbeitstagen: 35 × 220 × 0,38 € = 2.926 € Werbungskosten. Bei einem Grenzsteuersatz von 35 % entspricht das rund 1.024 € weniger Einkommensteuer pro Jahr.

Gilt die Pauschale auch für ÖPNV, Fahrrad oder zu Fuß?

Ja. Die Entfernungspauschale ist verkehrsmittelunabhängig (§ 9 Abs. 1 Nr. 4 EStG). Du kannst sie auch ansetzen, wenn Du mit Bus, Bahn, Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit gehst. Bei ÖPNV gilt jedoch eine Jahres-Höchstgrenze von 4.500 €, sofern Du keine höheren tatsächlichen Kosten nachweist.

Was hat sich 2026 bei der Pendlerpauschale geändert?

Bisher galt eine zweistufige Regelung: 0,30 € für die ersten 20 km, 0,38 € erst ab dem 21. Kilometer. Seit dem 1. Januar 2026 sind diese Stufen abgeschafft. Es gilt zeitlich unbefristet ein einheitlicher Satz von 0,38 € pro Kilometer ab dem ersten Entfernungskilometer.

Wie funktioniert die Mobilitätsprämie 2026?

Wer wegen geringen Einkommens unter dem Grundfreibetrag (2026: 12.348 €) bleibt und keine Einkommensteuer zahlt, kann statt des Werbungskostenabzugs die Mobilitätsprämie nach § 101 EStG beantragen. Sie beträgt 14 % der Bemessungsgrundlage. Die genaue Berechnung übernimmt das Finanzamt auf Antrag mit der Anlage Mobilitätsprämie zur Steuererklärung.

Wie wirken sich Homeoffice-Tage auf die Pendlerpauschale aus?

Für jeden Tag, an dem Du im Homeoffice arbeitest, kannst Du keine Pendlerpauschale ansetzen. Stattdessen bekommst Du die Homeoffice-Pauschale: 6 € pro Tag, maximal 1.260 € im Jahr (entspricht 210 Tagen). Beide Pauschalen können sich im Jahr ergänzen – aber niemals für denselben Tag gleichzeitig.

Kann ich auch Fahrgemeinschaften absetzen?

Ja. Jeder Teilnehmer einer Fahrgemeinschaft kann die volle Entfernungspauschale geltend machen, unabhängig davon, wer am Steuer sitzt. Umwegkilometer für das Abholen Deiner Mitfahrer zählen jedoch nicht. Wenn Du selten selbst fährst, deckelt das Finanzamt die Pauschale bei 4.500 €/Jahr – außer Du weist höhere tatsächliche Kosten nach.

Wann lohnt sich der Wechsel auf die tatsächlichen Kosten?

Wenn Du die Bahn, das Deutschlandticket oder einen anderen ÖPNV nutzt und Deine tatsächlich nachgewiesenen Kosten höher sind als 4.500 €, kannst Du diese statt der Pauschale ansetzen. Bei Autofahrern gilt diese Höchstgrenze nicht – sie können auch über 4.500 € hinaus die Pauschale geltend machen.

Quellen & weiterführende Informationen

Diese Information ist allgemeiner Natur und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Für Deine persönliche Situation wende Dich an einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein.

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