Beitragsbemessungsgrenze 2026
Bis 69.750 € Jahresbrutto werden 2026 Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung berechnet, alles darüber bleibt beitragsfrei. In der Renten- und Arbeitslosenversicherung liegt die Grenze bei 101.400 €, seit 2025 bundeseinheitlich ohne West/Ost-Unterschied.
Das Wichtigste in Kürze
- KV/PV-BBG 2026: 69.750 €/Jahr (5.812,50 €/Monat) — +5,4 % gegenüber 2025. Quelle: BMAS-Verordnung 2026.
- RV/ALV-BBG: 101.400 €/Jahr (8.450 €/Monat) — bundeseinheitlich seit 2025. Quelle: SVBezGrV 2026.
- Versicherungspflichtgrenze (JAEG): 77.400 €/Jahr (6.450 €/Monat) — ab diesem Brutto kannst du in die PKV. Wer schon am 31.12.2002 privat versichert war, für den gilt die besondere JAEG von 69.750 € (§ 6 Abs. 7 SGB V).
- Bezugsgröße 2026: 3.955 €/Monat (47.460 €/Jahr), bundeseinheitlich. Quelle: § 1 SVBezGrV 2026.
- Durchschnitts-Zusatzbeitrag GKV: 2,9 % laut Bekanntmachung des BMG.
- Pflegeversicherung: 3,6 % allgemein, kinderlos ab 23 zahlst du 4,2 %.
Sozialversicherungsgrenzen 2026 im Überblick
| Grenze | 2025 | 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| KV/PV-BBG | 66.150 € | 69.750 € | +5,4 % |
| RV/ALV-BBG (bundesweit) | 96.600 € | 101.400 € | +5,0 % |
| Versicherungspflichtgrenze (JAEG) | 73.800 € | 77.400 € | +4,9 % |
| Besondere JAEG (PKV-Bestand seit 2002) | 66.150 € | 69.750 € | +5,4 % |
| Bezugsgröße (monatlich) | 3.745 € | 3.955 € | +5,6 % |
| Knappschaftliche RV-BBG | 118.800 € | 124.800 € | +5,1 % |
Alle Werte aus der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026, beschlossen vom Bundeskabinett im Herbst 2025.
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Auswirkungen — drei Perspektiven
Du verdienst unter 69.750 €
Dein gesamtes Brutto fließt in die Beitragsberechnung. Bei einer Gehaltserhöhung steigen Krankenkasse, Rente und Pflege proportional mit. Der Arbeitnehmeranteil über alle vier Zweige liegt 2026 bei rund 21 % (7,3 % KV + 1,45 % halber Zusatzbeitrag + 1,8 % Pflege + 9,3 % Rente + 1,3 % Arbeitslosenversicherung). 100 € mehr Brutto kosten dich also etwa 21 € zusätzliche Sozialabgaben.
Du verdienst über 69.750 €
In der Kranken- und Pflegeversicherung bleibt alles über 69.750 € beitragsfrei. Bei 85.000 € Jahresbrutto sind das 15.250 € im Jahr oder 1.271 € im Monat, auf die kein KV- und PV-Beitrag anfällt. Dein eigener Anteil daran wären rund 10,55 %, du sparst also etwa 134 € pro Monat. Für die Rentenversicherung greift die Deckelung erst ab 101.400 €.
Du bist Arbeitgeber
Dein Anteil spiegelt den des Arbeitnehmers, liegt also ebenfalls bei rund 21 % des beitragspflichtigen Entgelts. Weil die KV/PV-Grenze um 3.600 € gestiegen ist, zahlst du für jeden Beschäftigten oberhalb der Grenze etwa 380 € mehr im Jahr (3.600 € × 10,55 % Arbeitgeberanteil an KV und Pflege).
Rechenbeispiel: GKV-Höchstbeitrag 2026
So setzt sich der Beitrag zusammen
- BBG 2026:69.750 €/Jahr
- Monatlich beitragspflichtig:5.812,50 €
- Allg. KV-Beitrag (14,6 %):848,63 €
- Ø Zusatzbeitrag (2,9 %):168,56 €
- Pflegeversicherung (3,6 %):209,25 €
- Gesamt (AG + AN):1.226,44 €/Monat
- Dein AN-Anteil (~50 %):~613 €/Monat
Was bedeutet das für dich?
Dein maximaler Arbeitnehmer-Anteil in der gesetzlichen Krankenversicherung liegt 2026 bei rund 613 €/Monat (inkl. Pflege, allgemeiner Satz). Mit Kindern unter 25 sinkt der Pflege-Anteil — ab dem zweiten Kind pro Kopf 0,25 Prozentpunkte weniger, gedeckelt bis fünf Kinder.
PKV-Alternative: In der privaten Krankenversicherung hängt der Beitrag vom Eintrittsalter und gewählten Leistungen ab — nicht vom Gehalt. Lohnt sich vor allem für junge Gutverdiener. Mehr im PKV-Vergleich oder im aktuellen Überblick zur PKV-Beitragserhöhung 2026.
Warum steigt die BBG 2026?
Die Beitragsbemessungsgrenze koppelt an die Lohnentwicklung im Vorjahr. Für 2026 hat das Statistische Bundesamt einen durchschnittlichen Bruttolohnzuwachs von rund 5,16 % gemeldet. Damit folgen die Sozialversicherungsgrenzen mechanisch nach.
Die größte politische Änderung steckt nicht in der Höhe: Seit Januar 2025 ist die Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung bundeseinheitlich. Die jahrzehntelange West/Ost-Trennung ist Geschichte. Findest du das in älteren Ratgebern — Datum prüfen.
Die Anhebung ist also keine politische Entscheidung über höhere Steuern, sondern eine automatische Anpassung. Trotzdem ist der Effekt für Gutverdiener spürbar: rund 35 € mehr Sozialabgaben pro Monat, wenn dein Brutto klar über der alten BBG lag.
Knappschaftliche Versicherung und Bezugsgröße
Für Beschäftigte im Bergbau gilt die knappschaftliche Rentenversicherung mit einer eigenen BBG von 124.800 €/Jahr (10.400 €/Monat). Die Bezugsgröße, relevant für Mindestbeiträge bei Selbstständigen und KSK-Künstlern, liegt 2026 bei 3.955 €/Monat oder 47.460 €/Jahr. Sie gilt seit 2025 bundeseinheitlich. Quellen: § 1 SVBezGrV 2026 und Deutsche Rentenversicherung.
Selbstständige in der KSK orientieren sich an dieser Größe für ihre Beitragspflicht. Wer freiwillig gesetzlich krankenversichert ist, zahlt mindestens auf 25 % der Bezugsgröße, also auf 988,75 €/Monat als beitragspflichtige Basis (§ 240 Abs. 4 SGB V). Wenn du als Selbstständiger gleichzeitig über einen Investitionsspielraum nachdenkst, lohnt der Kreditvergleich als Vorab-Check.
Häufige Fragen
Was ist die Beitragsbemessungsgrenze überhaupt?
Die BBG ist die Obergrenze des Bruttoeinkommens, auf das Sozialversicherungsbeiträge berechnet werden. Verdienst du mehr, zahlst du nicht mehr Beitrag – die Sätze sind gedeckelt.
Wie hoch ist die BBG 2026 genau?
Für Kranken- und Pflegeversicherung 69.750 €/Jahr (5.812,50 €/Monat). Für Renten- und Arbeitslosenversicherung 101.400 €/Jahr (8.450 €/Monat) – seit 2025 bundeseinheitlich.
Wo liegt der Unterschied zwischen BBG und Versicherungspflichtgrenze?
Die Versicherungspflichtgrenze (JAEG) entscheidet, ab welchem Brutto du die GKV verlassen und in die PKV wechseln darfst. 2026 sind das 77.400 €/Jahr. Die BBG legt nur fest, bis zu welchem Einkommen Beiträge erhoben werden. Verwirrend wird es bei der besonderen JAEG: Wer am 31.12.2002 bereits privat versichert war, für den gilt eine niedrigere Grenze von 69.750 € (§ 6 Abs. 7 SGB V). Das ist zufällig derselbe Betrag wie die KV-BBG, meint aber etwas anderes.
Wie viel zahle ich maximal in der GKV?
Mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 % und der allgemeinen Pflege liegt der Gesamtbeitrag 2026 bei rund 1.226 €/Monat (Arbeitgeber + Arbeitnehmer zusammen). Dein eigener Anteil beträgt etwa 613 €/Monat.
Was, wenn ich kinderlos und über 23 bin?
Dann zahlst du in der Pflege 0,6 Prozentpunkte mehr – und zwar allein, ohne Arbeitgeberanteil. Aus 1,8 % AN-Anteil werden 2,4 %, also ca. 35 €/Monat zusätzlich.
Profitiere ich als Gutverdiener wirklich?
Ja, prozentual. Bei 120.000 € Jahresbrutto zahlst du zwar absolut mehr als jemand mit 50.000 €, aber relativ weniger – weil alles über 69.750 € (KV) bzw. 101.400 € (RV) beitragsfrei bleibt.
Was hat sich 2025/2026 grundlegend geändert?
Drei Dinge: Erstens, die BBG RV ist bundeseinheitlich (kein West/Ost). Zweitens, der Zusatzbeitrag steigt im Schnitt von 2,5 % auf 2,9 %. Drittens, die PV-Sätze sind bei 3,6 % (allgemein) bzw. 4,2 % (kinderlos ab 23) festgesetzt.
Was solltest du jetzt prüfen?
- GKV mit hohem Einkommen: Vergleich, ob ein Krankenkassen-Wechsel mit niedrigerem Zusatzbeitrag sich rechnet. 0,5 Punkte Unterschied bedeuten an der BBG ≈ 30 €/Monat.
- Über der Versicherungspflichtgrenze: Schau dir die PKV-Tarife an, bevor du dich festlegst. Der Schritt ist im Alter schwer rückgängig zu machen.
- Rentenversicherung: Wer über der RV-BBG liegt, sollte die private Altersvorsorge prüfen — staatliche Rente deckt nur den Sockel.
- Selbstständig: Die Bezugsgröße 2026 ist die Mindestbasis für Beiträge in der freiwilligen GKV. Quelle: GKV-Spitzenverband.