Von Checkalle Energie-Redaktion · Letzte Aktualisierung:
CO₂-Preis 2026
Korridor 55–65 € pro Tonne
Der CO₂-Preis bewegt sich 2026 erstmals in einem Korridor von 55 bis 65 €/Tonne. Den genauen Preis legt die EEX-Auktion in Leipzig ab Juli fest. Benzin, Diesel, Heizöl und Gas werden teurer. Trotzdem kannst du sparen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der CO₂-Preis liegt 2026 erstmals in einem Korridor von 55 bis 65 € pro Tonne, keine feste Zahl mehr.
- Die EEX-Auktion in Leipzig läuft von Juli bis Oktober 2026, mindestens einmal pro Woche. Backup-Festpreis: 68 €/t.
- An der oberen Kante (65 €/t): Benzin +18,5 ct/L, Diesel +20,7 ct/L, Heizöl +20,7 ct/L, Erdgas +1,4 ct/kWh (inkl. MwSt.).
- Klimageld 2026: nicht ausgezahlt. Der Koalitionsvertrag streicht den Begriff komplett.
- Ab 2028 löst das EU-weite ETS 2 den deutschen CO₂-Preis ab, voraussichtlich mit Preisuntergrenze um 50 €/t.
Auswirkungen auf deine Kosten 2026
Die Werte zeigen den Aufschlag an der oberen Kante des Korridors (65 €/t, inkl. MwSt.). An der unteren Kante (55 €/t) fallen die Beträge rund 15 bis 18 Prozent niedriger aus.
Benzin
bei 55–65 €/t CO₂
7 L/100 km · 15.000 km/Jahr
ca. 160–190 €/Jahr
Diesel
bei 55–65 €/t CO₂
6 L/100 km · 15.000 km/Jahr
ca. 155–185 €/Jahr
Heizöl EL
bei 55–65 €/t CO₂
2.000 L/Jahr
ca. 350–414 €/Jahr
Erdgas
bei 55–65 €/t CO₂
15.000 kWh/Jahr (Wohnung)
ca. 165–210 €/Jahr
CO₂-Steuer Tabelle 2026: Alle Brennstoffe
Was bedeutet der Korridor in Cent pro Liter oder kWh? Hier die Aufschläge inkl. MwSt. an beiden Kanten plus Backup-Festpreis 68 €/t (Quelle: DEHSt).
| Brennstoff | bei 55 €/t | bei 65 €/t | Maximum 68 €/t* |
|---|---|---|---|
Benzin | ca. 15,4 ct/L | ca. 18,5 ct/L | ca. 19,4 ct/L |
Diesel | ca. 17,3 ct/L | ca. 20,7 ct/L | ca. 21,6 ct/L |
Heizöl EL | ca. 17,3 ct/L | ca. 20,7 ct/L | ca. 21,6 ct/L |
Erdgas | ca. 1,1 ct/kWh | ca. 1,4 ct/kWh | ca. 1,5 ct/kWh |
Flüssiggas (LPG) | ca. 1,0 ct/kWh | ca. 1,2 ct/kWh | ca. 1,3 ct/kWh |
*Backup-Festpreis nach Auktionsschluss, falls Zertifikate nicht ausgereicht haben (Quelle: DEHSt).
CO₂-Preis Entwicklung 2021–2028
Vom Festpreis (bis 2025) zur Korridor-Auktion (2026/27) zum EU-Markt ETS 2 (ab 2028).
EEX-Versteigerung 2026: Wie der Preis entsteht
Erstmals seit Einführung des nationalen Emissionshandels 2021 wird der CO₂-Preis nicht mehr per Gesetz fixiert. Stattdessen finden ab Juli 2026 Versteigerungen an der EEX in Leipzig statt, der größten Energiebörse Europas (Umweltbundesamt). Die Bundesregierung gibt nur den Rahmen vor: Mindestpreis 55 €, Höchstpreis 65 € pro Tonne.
Wer kauft die Zertifikate? Inverkehrbringer fossiler Brennstoffe, also Mineralölkonzerne, Gasimporteure, Heizölhändler. Diese reichen die Kosten in der Regel an Verbraucher weiter, weshalb der Auktionspreis im Korridor sich direkt auf Tank- und Heizkosten auswirkt.
Sollte das Volumen nicht ausreichen, gibt es eine Sicherheitsklappe: Ab Auktionsende können Zertifikate beim DEHSt zum Festpreis von 68 €/t nachgekauft werden. Diese Obergrenze schützt den Markt vor Preisspitzen.
Klimageld 2026: Was wurde aus dem Versprechen?
Kurz: Das Klimageld wird 2026 nicht ausgezahlt.
Die Ampel-Koalition hatte 2021 versprochen, einen Teil der CO₂-Einnahmen pauschal an alle Bürger zurückzuzahlen. Umgesetzt wurde das nie. Im aktuellen Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung (Stand Januar 2026) taucht der Begriff überhaupt nicht mehr auf.
Stattdessen fließen die Einnahmen in den Klima- und Transformationsfonds (KTF) zur Finanzierung von Wärmepumpenförderung, Gebäudesanierung, Mobilitätsprogrammen und der Stromsteuerentlastung. Für Verbraucher ist das nicht direkt spürbar. Wer also weniger CO₂ verbraucht, hat einen Bonus durch das Sparen, aber keine staatliche Auszahlung.
Wer wirklich entlastet werden will, muss selbst handeln: Strom- und Gasanbieter wechseln, Ökostromtarif wählen oder die Heizung perspektivisch umrüsten. Quelle: Finanztip 2026-01-14.
ETS 2 ab 2028: Was kommt nach dem deutschen CO₂-Preis?
Der nationale Emissionshandel ist nur eine Übergangslösung. Ab 1. Januar 2028 löst das EU-weite ETS 2 für Gebäude und Verkehr den deutschen Mechanismus ab (Bundesumweltministerium).
Das bedeutet: Ab 2028 entscheidet ein gemeinsamer europäischer Markt über den CO₂-Preis für Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel. Die EU-Kommission rechnet mit einer Preisuntergrenze um 50 €/t und einem Preisstabilisierungsmechanismus, der Spitzen abfedern soll.
Wichtig: Der Wechsel von nEHS zu ETS 2 dürfte für Verbraucher keinen scharfen Preissprung bedeuten, wohl aber eine langfristigere Bindung, da nationale Steuerung wegfällt.
So gleichst du CO₂-Mehrkosten 2026 aus
Bei 65 €/t und 15.000 kWh Gasverbrauch zahlst du rund 210 € mehr pro Jahr. Ein Anbieterwechsel spart oft das Doppelte, ohne Komfortverlust.
Langfristig: Heizung modernisieren
Wärmepumpen, Pelletheizungen und Fernwärme aus erneuerbaren Quellen umgehen den CO₂-Preis komplett. Förderprogramme der BAFA und KfW reduzieren Investitionskosten um 30 bis 70 Prozent. Aktuelle Konditionen findest du bei der KfW und auf unserer Gas-Kosten-Übersicht.
Häufige Fragen zum CO₂-Preis 2026
Wie hoch ist der CO2-Preis 2026 in Deutschland?
Der CO2-Preis liegt 2026 erstmals in einem Korridor zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne. Der konkrete Preis entscheidet sich in Versteigerungen an der EEX in Leipzig ab Juli 2026. Reichen die Zertifikate nicht aus, gilt ein Backup-Festpreis von 68 €/t. Quelle: DEHSt, BEHG § 10.
Wann beginnt die EEX-Auktion für CO2-Zertifikate?
Die Versteigerungen starten laut DEHSt Anfang Juli 2026 und laufen bis voraussichtlich Ende Oktober 2026 mindestens einmal pro Woche. Inverkehrbringer fossiler Brennstoffe (Mineralöl, Gas, Heizöl) ersteigern dort die für ihre Emissionen benötigten Zertifikate.
Wie viel teurer wird Benzin durch den CO2-Preis 2026?
Bei 55 €/t kommen rund 15,4 Cent pro Liter Benzin hinzu, bei 65 €/t etwa 18,5 ct/L (jeweils inkl. MwSt.). Bei 15.000 km Jahresfahrleistung und 7 L/100 km Verbrauch sind das je nach Auktionsergebnis 160 bis 190 € Zusatzkosten pro Jahr.
Wie hoch ist der CO2-Aufschlag auf Heizöl 2026?
Heizöl EL wird durch den CO2-Preis um 17,3 ct/L (bei 55 €/t) bis 20,7 ct/L (bei 65 €/t) teurer, inkl. MwSt. Ein durchschnittlicher Haushalt mit 2.000 L Jahresverbrauch zahlt 2026 etwa 350 bis 414 € Mehrkosten.
Wird das Klimageld 2026 ausgezahlt?
Nein. Das Klimageld wurde nie umgesetzt. Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung (Stand Januar 2026) ist es nicht mehr enthalten. Die Einnahmen aus dem CO2-Preis fließen stattdessen in den Klima- und Transformationsfonds. Quelle: Finanztip 2026-01-14.
Was ist der Unterschied zwischen nEHS und ETS 2?
Das nEHS (nationaler Emissionshandel) gilt in Deutschland für Gebäude und Verkehr und endet 2027. Ab 2028 übernimmt das EU-weite ETS 2 dieselben Sektoren mit einem gemeinsamen europäischen Preis statt nationalem Korridor. Erwartet wird eine Preisuntergrenze um 50 €/t plus Stabilisierungsmechanismus.
Wie kann ich die CO2-Mehrkosten 2026 reduzieren?
Vier Hebel funktionieren sofort: günstigeren Strom- oder Gasanbieter wählen (oft 300 bis 800 € Ersparnis im Jahr), zu Ökostrom wechseln (umgeht CO2-Preis bei Strom), Verbrauch reduzieren (Heizverhalten, sparsamer fahren), Heizung umstellen mit BAFA/KfW-Förderung (langfristig).
Trifft der CO2-Preis auch Pelletheizungen und Wärmepumpen?
Nein. Beide Heizungsarten fallen nicht unter den BEHG-Geltungsbereich. Pellets gelten als biogen, Wärmepumpen nutzen Strom (der separat besteuert wird, aber nicht im nationalen Emissionshandel). Wer 2026 modernisiert, umgeht den CO2-Preis am Brennstoff komplett.
Quellen
- DEHSt, Versteigerungsphase nationaler Emissionshandel ab 2026
- Bundesumweltministerium, Ab 2026: Entlastungen trotz steigendem CO₂-Preis
- Finanztip, CO₂-Steuer / CO₂-Preis 2026 fürs Heizen und Tanken (Stand 14.01.2026)
- Umweltbundesamt, First auctions in the national emissions trading system
- Verbraucherzentrale, So viel teurer macht der CO₂-Preis Ihre Heizkosten
- Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) § 10 Abs. 2