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Seit 1. Januar 2026 abgeschafft

Gasspeicherumlage 2026
Was sich ändert

Die Gasspeicherumlage ist seit 1. Januar 2026 abgeschafft. Für einen 20.000-kWh-Haushalt heißt das rund 69 € weniger pro Jahr. Doch Achtung: Netzentgelte steigen 2026 um 11,2 % und zehren den Großteil der Ersparnis wieder auf.

Letzte Aktualisierung: |Autor: Checkalle Redaktion

Das Wichtigste in Kürze

  • Gesetzgebung: Bundestag 6. November 2025, Bundesrat 21. November 2025. Inkrafttreten 1. Januar 2026.
  • Letzte Höhe (Juli-Dezember 2025): 0,289 ct/kWh = 2,89 €/MWh.
  • Typische Ersparnis (brutto, inkl. 19 % MwSt): 15.000 kWh → ~52 €/Jahr; 20.000 kWh → ~69 €/Jahr.
  • Netzentgelte-Steigerung (+11,2 %) gleicht den Großteil aus. Der echte Spar-Hebel: Anbieterwechsel.
  • Speicherstand Mai 2026: rund 26 % (Bundesnetzagentur Dashboard); neue Zielmarke 80 % zum 1.11. (vorher 90 %).

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20.000 kWh: typische Wechselersparnis 200-500 € pro Jahr (Verbraucherzentrale).

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Was war die Gasspeicherumlage?

Die Gasspeicherumlage startete am 1. Oktober 2022 mitten in der Energiekrise. Nach Russlands Invasion der Ukraine musste Deutschland schnell Gasspeicher füllen, um die Versorgungssicherheit zu wahren. Der Marktgebietsverantwortliche Trading Hub Europe (THE) GmbH erhob die Umlage von allen Gaskunden, verteilt auf jede verbrauchte Kilowattstunde.

Die Höhe schwankte deutlich. Sie begann bei 0,059 ct/kWh, kletterte 2023 auf 0,145 ct/kWh und erreichte 2025 ihren Spitzenwert von 0,299 ct/kWh. Die letzte aktive Rate (Juli bis Dezember 2025) lag bei 0,289 ct/kWh, was 2,89 €/MWh entspricht. Für einen 20.000-kWh-Haushalt waren das knapp 58 € im zweiten Halbjahr 2025 allein.

ZeitraumHöhe (ct/kWh)€/MWh
Okt 2022 - Jun 20230,0590,59
Jul - Dez 20230,1451,45
Jan - Jun 20240,1861,86
Jul - Dez 20240,2502,50
Jan - Jun 20250,2992,99
Jul - Dez 20250,2892,89
Ab 20260,000,00

Wann und warum wurde sie abgeschafft?

Die Bundesregierung kündigte das Ende an, als die Speicher kontinuierlich voller wurden. Der Prozess verlief zügig:

  • 6. November 2025: Der Bundestag stimmte der Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes zu.
  • 21. November 2025: Der Bundesrat ratifizierte das Gesetz.
  • 1. Januar 2026: Inkrafttreten.

Quellen: Bundesregierung.de Pressemitteilung und Verbraucherzentrale Verbraucher-Ratgeber.

Falls künftig wieder Speicher gefördert werden müssen, übernimmt das nicht mehr die Gasrechnung. Stattdessen finanziert der Bundeshaushalt das über den Klima- und Transformationsfonds (KTF) aus Steuermitteln. Trading Hub Europe bleibt Marktgebietsverantwortlicher, erhebt aber keine Umlage mehr. Die Gesamtentlastung beziffert die Bundesregierung auf rund 1 Mrd. € für Haushalte und 2 Mrd. € für die Industrie pro Jahr.

So viel sparst du wirklich

Die konkrete Ersparnis hängt vom Verbrauch ab. Hier die Brutto-Zahlen (inkl. 19 % MwSt):

JahresverbrauchErsparnis pro Jahr (brutto)
10.000 kWh~34 €
15.000 kWh~52 €
20.000 kWh~69 €
30.000 kWh~103 €

Formel: Verbrauch x 0,00289 € x 1,19 = Brutto-Ersparnis. Doch jetzt zur Realität. Die Bundesnetzagentur hat im März 2026 eine durchschnittliche Steigerung der Gasnetzentgelte um 11,2 % bestätigt. Gründe: sinkender Gasverbrauch verteilt fixe Infrastrukturkosten auf weniger Nutzer, Abschreibungen beschleunigen sich.

Praktisch heißt das: Ein 20.000-kWh-Haushalt spart rund 69 € durch den Umlage-Wegfall, zahlt aber 30-50 € mehr durch höhere Netzentgelte. Netto bleiben in den meisten Haushalten nur 15-40 € im Jahr. Schlagzeilen über "mehrere Hundert Euro" Ersparnis greifen zu weit.

Wo liegt die echte Ersparnis? Beim Anbieterwechsel. Bestandskunden zahlen 10,7-11,1 ct/kWh, neue Online-Tarife starten ab 8,3-9,0 ct/kWh. Bei 20.000 kWh sind das schnell 400-600 € Differenz pro Jahr (Quelle: BDEW Januar 2026, Verivox Mai 2026).

Was bleibt auf deiner Gasrechnung 2026?

Die Umlage ist weg, aber die übrigen Komponenten der Gasrechnung bleiben:

  • Gasnetzentgelte: Transportkosten für Leitungen und Zähler; 2026 +11,2 %, im Durchschnitt rund 2,5 ct/kWh.
  • CO₂-Preis (BEHG): 2026 nationaler Festpreis 55 €/Tonne (gesetzlicher Korridor 55-65 €). Mit dem UBA-Emissionsfaktor 0,201 kg CO₂/kWh ergibt das netto rund 1,1 ct/kWh, brutto rund 1,3 ct/kWh.
  • Konvertierungsumlage: 2026 Höhe 0,018 ct/kWh (Periode Okt 2025 bis Sep 2026).
  • Bilanzierungsumlage: seit 1. Oktober 2025 bei 0,00 ct/kWh.
  • Erdgassteuer: bundeseinheitlich, seit Jahren rund 0,55 ct/kWh.
  • Konzessionsabgabe: kommunale Abgabe, je nach Gemeindegröße 0,22-0,93 ct/kWh.
  • Mehrwertsteuer: auf Erdgas wieder 19 % (nach der zeitweisen 7 %-Phase 2022-März 2024).

Im Mai 2026 zahlen Bestandskunden im Mischpreis durchschnittlich 10,7-11,1 ct/kWh brutto. Neukundentarife starten bei 8,3-9,0 ct/kWh.

Speicherstand 2026: Sorge oder Vertrauen?

Laut Bundesnetzagentur-Dashboard liegt der Speicherstand am 1. Mai 2026 bei rund 26 %. Niedrig, aber erklärbar: ein besonders kalter Januar 2026 hat die Speicher stark geleert, der milde Februar und März brachten keinen schnellen Wiederaufbau.

Die gesetzlichen Vorgaben (Gasspeichergesetz §35b EnWG, ab 2026 reformiert):

  • 1. September: 75 % Füllstand
  • 1. Oktober: 85 %
  • 1. November: 80 % (vorher 90 %, mit der Reform 2026 abgesenkt)
  • Strategische Speicher (Rehden, Bad Lauchstädt usw.): zum 1.11. mindestens 45 %

Die Regelung gilt bis 1. April 2027. Die EU-SoS-Verordnung (2017/1938) hält an ihrer 90 %-Zielmarke für die Union fest. Risiko? Ein außergewöhnlich kalter Winter könnte das System belasten. Andererseits sind LNG-Terminals und diversifizierte Lieferanten (Norwegen, USA, Katar) deutlich robuster aufgestellt als 2022.

Anbieterwechsel 2026: hier liegt die echte Ersparnis

Die Umlage-Ersparnis (rund 69 €) ist Kleingeld im Vergleich zum Wechsel-Potenzial. Aktuelle Mai-2026-Zahlen:

  • Grundversorgung: rund 13,6 ct/kWh brutto → 20.000 kWh ergibt ca. 2.720 €/Jahr
  • Bestandskunden-Tarife: 10,7-11,1 ct/kWh → 2.140-2.220 €/Jahr
  • Neukunden-Online-Tarife: 8,3-9,0 ct/kWh → 1.660-1.800 €/Jahr

Ein Wechsel aus der Grundversorgung in einen mittleren Online-Tarif spart bei einem 20.000-kWh-Haushalt bis zu 800-1.000 € pro Jahr. Bestandskunden gewinnen typischerweise 200-500 €. Eine 12-Monats-Preisgarantie kostet 0,3-0,5 ct/kWh extra. Sie deckt nur den Arbeitspreis, nicht Steuern, Abgaben und Netzentgelte.

Den vollen Gaspreis-Überblick mit Regionalunterschieden und Prognose findest du in unserer Komplette Gaspreis-Übersicht 2026.

Häufige Fragen zur Gasspeicherumlage 2026

Ist die Gasspeicherumlage 2026 wirklich abgeschafft?

Ja, seit 1. Januar 2026. Der Bundestag stimmte am 6. November 2025 zu, der Bundesrat ratifizierte am 21. November 2025. Letzte Höhe (Juli-Dezember 2025): 0,289 ct/kWh. Quelle: Bundesregierung.de und Verbraucherzentrale.

Wie viel spare ich konkret pro Jahr?

Bei 10.000 kWh: rund 34 € brutto. Bei 15.000 kWh: rund 52 €. Bei 20.000 kWh: rund 69 €. Bei 30.000 kWh: rund 103 €. Formel: Verbrauch x 0,00289 € x 1,19 (MwSt). Allerdings dämpfen Netzentgelte-Steigerungen (+11,2 % laut Bundesnetzagentur) die effektive Entlastung deutlich.

Werden die Speicherkosten künftig woanders versteckt?

Nicht auf der Gasrechnung. Falls künftig Speicherbefüllung gefördert werden muss, übernimmt das der Bundeshaushalt über den Klima- und Transformationsfonds (KTF). Trading Hub Europe bleibt Marktgebietsverantwortlicher, aber erhebt keine Umlage mehr.

Warum steigen die Netzentgelte 2026 um 11,2 %?

Das ist eine reguläre Neuberechnung durch die Bundesnetzagentur und hat mit der Umlage nichts zu tun. Gründe: rückläufiger Gasverbrauch verteilt fixe Infrastrukturkosten auf weniger Nutzer, Abschreibungen beschleunigen sich, neue Speicher- und Leitungsinvestitionen.

Kann ich noch mehr sparen als die 69 €?

Definitiv. Bestandskunden zahlen 10,7-11,1 ct/kWh (BDEW Januar 2026). Neukundentarife starten ab 8,3-9,0 ct/kWh (Verivox Mai 2026). Differenz bei 20.000 kWh: bis zu 600 € pro Jahr. Anbieterwechsel ist der größte Spar-Hebel.

Wie sicher ist die Gasversorgung 2026 ohne Umlage?

Stabil. Die gesetzliche Speicher-Zielmarke wurde auf 80 % zum 1. November gesenkt (vorher 90 %). LNG-Terminals und diversifizierte Lieferanten (Norwegen, USA, Katar) bieten Puffer. Aktueller Stand Mai 2026: ca. 26 % (Bundesnetzagentur Dashboard).

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