Netzentgelte 2026
Sie sinken — was das für Sie heißt
Mit einem Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro sinken die Übertragungsnetzentgelte 2026 im Schnitt um rund 17 %. Ein Haushalt mit 3.500 kWh spart so etwa 75 bis 100 Euro im Jahr. Mit Tarifwechsel kommen bis zu 850 € dazu.
Von Checkalle Redaktion · Aktualisiert am 16. Mai 2026

Das Wichtigste in Kürze
- ●Bundestag-Beschluss vom 22. Dezember 2025: 6,5 Mrd € Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten 2026.
- ●Durchschnittliche Senkung der Strom-Netzentgelte um etwa 17 %.
- ●Größte Entlastung in Mecklenburg-Vorpommern (~−29 %) und Brandenburg (~−22 %), geringste in NRW (~−2 %).
- ●Verteilnetzentgelte (Kommune) werden nicht subventioniert und bleiben meist stabil.
- ●Verbraucherzentrale-Hinweis: Bei Preisgarantietarifen kommt die Entlastung erst zum Vertragsende.
- ●Der Zuschuss gilt nur für 2026; eine Verlängerung ist offen.
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Wie viel sparen Sie in Ihrem Bundesland?
Annäherungswerte für einen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch. Basis: vorläufige Netzentgelt-Festlegungen 2026, Auswertungen von Stromauskunft.de und Strom-Report.com.
| Bundesland | Netzbetreiber | Reduktion 2026 | Ersparnis brutto |
|---|---|---|---|
| Mecklenburg-Vorpommern | E.DIS / WEMAG | ~ −29 % | 105–111 € |
| Brandenburg | E.DIS / EWE Netz | ~ −22 % | 80–95 € |
| Schleswig-Holstein | SH Netz | ~ −18 % | 70–85 € |
| Niedersachsen | Avacon / EWE Netz | ~ −15 % | 60–75 € |
| Sachsen | MITNETZ STROM | ~ −12 % | 50–65 € |
| Hessen | Syna / EnBW | ~ −7 % | 30–45 € |
| Bayern | Bayernwerk | ~ −5 % | 25–35 € |
| Nordrhein-Westfalen | Westnetz | ~ −2 % | 10–20 € |
Übertragungsnetz vs. Verteilnetz: Wo der Zuschuss wirkt
Strom fließt in zwei Stufen zu Ihnen: zuerst über das Übertragungsnetz (Höchstspannung 220/380 kV) der vier Netzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW, dann über das regionale Verteilnetz bis zur Steckdose. Nur die erste Stufe wird 2026 subventioniert.
Übertragungsnetz (mit Zuschuss)
Verteilnetz (ohne Zuschuss)
Ihre Entlastung fällt umso größer aus, je höher der Anteil der Übertragungsnetzentgelte in Ihrer Region ist. Dünn besiedelte Bundesländer mit viel Windkraft profitieren am meisten — Großstädte mit dichtem Verteilnetz weniger.
Aus diesen Bausteinen besteht Ihr Strompreis 2026
Typische Zusammensetzung nach BDEW-Daten für 2026. Genau bei den Netzentgelten wirkt der Bundeszuschuss.
Netzentgelte 2026: Anteil rund 24 %
Der zweitgrößte Block nach der Beschaffung — und genau hier sinkt die Belastung 2026 durch den Bundeszuschuss.
§14a EnWG: Variable Netzentgelte für E-Auto und Wärmepumpe
Wer eine Wärmepumpe, eine Wallbox oder einen Heimspeicher hat, kann seit 2024 zusätzlich von reduzierten Netzentgelten nach §14a Energiewirtschaftsgesetz profitieren. Bedingung: Der Netzbetreiber darf in Spitzenzeiten kurzzeitig die Leistung drosseln. Dafür gibt es entweder einen pauschalen Abschlag auf das Netzentgelt oder einen zeitvariablen Tarif, der nachts und am Wochenende günstiger ist.
Voraussetzung ist ein Smart Meter. Wer ein E-Auto oder eine Wärmepumpe plant, sollte den Tarif gezielt nach §14a-Optionen filtern. Mehr Hintergrund im Beitrag zu negativen Strompreisen und §14a EnWG.
Hinweis der Verbraucherzentrale
Der Zuschuss klingt nach Entlastung für alle, doch sie kommt nicht überall sofort an. Versorger sind verpflichtet, die geringeren Netzentgelte weiterzugeben, aber bei laufenden Verträgen mit fester Preisgarantie passiert das in der Regel erst zum nächsten Vertragsende. Prüfen Sie auf Ihrer Stromrechnung, ob der gesenkte Netzentgeltsatz ab Januar 2026 ausgewiesen ist.
Trotzdem aktiv sparen: Tarifwechsel lohnt sich 2026 besonders
Die Netzentgelte sind für alle Anbieter gleich — Sie können sie nicht umgehen. Bei der Strombeschaffung sieht es anders aus: Zwischen Grundversorger und günstigstem Alternativtarif liegen häufig 700 bis 900 Euro pro Jahr für einen Vier-Personen-Haushalt. Wer den Zuschuss bei den Netzentgelten und den Wechseleffekt kombiniert, holt die größte Ersparnis raus.
- Aktuellen Verbrauch von der letzten Jahresabrechnung übernehmen.
- Postleitzahl eingeben und Tarife vergleichen.
- Tarif mit fairer Vertragslaufzeit (12 Monate, maximal 6 Wochen Kündigungsfrist) wählen.
- Wechsel online abschließen — der neue Versorger kündigt den alten Vertrag.
Konkret rechnen können Sie im Stromrechner. Mehr Kontext zu Strompreisen 2026 und zur Strompreisbremse. Eine Einschätzung dazu, was nach Auslaufen des Zuschusses passiert, finden Sie in der Strompreis-Prognose.
Häufige Fragen zu Netzentgelten 2026
Sinken oder steigen die Netzentgelte 2026?
Im Übertragungsnetz sinken sie 2026 deutlich, weil der Bund 6,5 Milliarden Euro zuschießt. Im Verteilnetz bleiben sie regional unterschiedlich, meist stabil oder leicht steigend. Insgesamt fällt die Belastung für die meisten Haushalte.
Wer profitiert vom 6,5-Milliarden-Euro-Zuschuss?
Alle Stromkunden in Deutschland: Haushalte, Gewerbe und Industrie. Wie viel im Einzelfall ankommt, hängt vom regionalen Netzbetreiber und vom Vertrag mit dem Versorger ab. Verträge mit fester Preisgarantie bekommen die Senkung erst zum nächsten Vertragsende.
Wann werden die Netzentgelte für 2026 veröffentlicht?
Die vorläufigen Werte stehen seit Oktober 2025 bei den Übertragungsnetzbetreibern, die endgültigen Festlegungen liegen nach Genehmigung der Bundesnetzagentur vor. Versorger müssen die neuen Sätze ab 1. Januar 2026 in ihren Rechnungen verwenden.
Wie viel macht das Netzentgelt am Strompreis aus?
Rund 24 Prozent nach BDEW-Daten zum Stand 2026. Bei einem Strompreis von etwa 35 ct/kWh sind das ungefähr 8,4 ct/kWh. Regional liegt die Spanne zwischen rund 7 ct/kWh in Großstädten und 13 ct/kWh in Regionen mit hohem EE-Ausbau.
Warum sind Netzentgelte regional unterschiedlich?
Jeder Netzbetreiber kalkuliert die Kosten für Wartung, Ausbau und Anschluss von Erneuerbaren-Anlagen separat. Dünn besiedelte Regionen mit viel Windkraft haben pro Kunde höhere Kosten als urbane Gebiete mit dichten Netzen — entsprechend größer fällt dort 2026 die Entlastung aus.
Kann ich durch einen Anbieterwechsel die Netzentgelte umgehen?
Nein. Netzentgelte gehen an den lokalen Netzbetreiber und sind bei jedem Anbieter identisch. Sparen können Sie nur bei der Energiekomponente und der Marge des Versorgers — bei einem Wechsel aus der Grundversorgung sind durchschnittlich 200 bis 900 Euro pro Jahr drin.
Was sind variable Netzentgelte nach §14a EnWG?
Eine Sonderform für Haushalte mit Wärmepumpe, Wallbox oder Heimspeicher. Der Netzbetreiber darf in Engpasszeiten kurz drosseln, dafür gibt es einen Abschlag auf das Netzentgelt — entweder pauschal oder zeitvariabel (nachts und am Wochenende günstiger). Voraussetzung ist ein Smart Meter.
Wird der Bundeszuschuss auch 2027 fortgesetzt?
Der Beschluss vom 22. Dezember 2025 gilt ausdrücklich nur für 2026. Ob eine Folgeregelung kommt, hängt vom Bundeshaushalt 2027 ab. Eine Verlängerung ist nicht garantiert — wer 2026 wechselt, sichert sich den Effekt für die Vertragslaufzeit.
Quellen und weiterführende Links
- Bundesregierung — Niedrigere Netzentgelte für 2026 (Beschluss vom 22.12.2025)
- Bundesnetzagentur — Verteilung Netzkosten 2026
- BDEW — Wie sich der Zuschuss zu den Netzentgelten auf Stromkunden auswirkt
Diese Seite ersetzt keine individuelle Beratung. Beträge basieren auf vorläufigen Netzentgelt-Festlegungen für 2026 sowie auf BDEW- und Verbraucherzentrale-Daten zum Stand Mai 2026. Die endgültige Ersparnis hängt von Verbrauch, Tarifvertrag und Netzbetreiber ab.