Strompreis Prognose 2026: Was Experten erwarten
Im April 2026 lag der Haushaltsstrompreis laut Verivox bei 32,8 ct/kWh. Für den Jahresverlauf erwarten wir stabile bis leicht fallende Preise – vor allem wegen sinkender Netzentgelte und ausreichender Erzeugung.
Stand: 6. Mai 2026 · Von Checkalle
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Das Wichtigste in Kürze
- · Aktueller Durchschnittspreis: rund 32,8 ct/kWh (Verivox, April 2026).
- · Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro senkt 2026 die Netzentgelte (Beschluss der Bundesregierung vom 22. Dezember 2025).
- · Trendrichtung 2026: stabil bis leicht fallend – vier Treiber bestimmen das Bild (Großhandel, Netzentgelte, CO₂-Preis, Erneuerbare).
- · 2027er Schätzungen liegen je nach Szenario zwischen 28 und 38 ct/kWh; eine seriöse Punktprognose gibt es nicht.
Strompreis 2026: Wo stehen wir gerade?
Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt 2026 bei rund 32 bis 33 ct/kWh. Verivox veröffentlichte für April 2026 einen Wert von 32,8 ct/kWh, große Versorger wie EnBW und Vattenfall melden ähnliche Niveaus für ihre Bestandskunden. Bei Neukunden-Tarifen sind 25 bis 30 ct/kWh möglich – je nach Region und Vertragsbedingungen.
Eine detaillierte Übersicht der aktuellen Marktpreise und der Entwicklung seit 2021 findest du auf unserer Seite zu den aktuellen Strompreisen 2026. Diese Seite hier konzentriert sich auf den Ausblick: Was passiert bis Ende 2026 und wie geht es 2027 weiter?
Quartalsprognose 2026: Q1 bis Q4 im Überblick
Die folgenden Werte basieren auf dem Verivox-Index für Q1 sowie auf eigenen Schätzungen für die Folgequartale. Wir haben dafür den Spotpreistrend, den Bundeszuschuss bei den Netzentgelten und den jahreszeitlichen Verbrauch berücksichtigt.
| Zeitraum | Ø Strompreis | Trend | Quelle / Annahme |
|---|---|---|---|
| Q1 2026 | 32,8 ct/kWh | → | Verivox-Index, April 2026 |
| Q2 2026 | ~31–32 ct/kWh | eigene Schätzung auf Basis Verivox + BDEW | |
| Q3 2026 | ~30–31 ct/kWh | eigene Schätzung (Sommerhalbjahr, hohe PV-Einspeisung) | |
| Q4 2026 | ~31–32 ct/kWh | eigene Schätzung (Heizperiode, Gas-Effekt) |
Hinweis: Punktprognosen sind nie exakt. Wetter, Geopolitik und einzelne politische Entscheidungen können den Verlauf jederzeit verändern.
Vier Treiber für den Strompreis 2026
Wenn jemand fragt, warum sich der Strompreis bewegt, läuft die Antwort fast immer auf vier Faktoren hinaus. Drei davon ziehen 2026 nach unten, einer nach oben.
Großhandelspreis (Börse)
Der Spotpreis liegt 2026 deutlich unter den Werten von 2022. Solange Gas und LNG knapp aber bezahlbar bleiben, drückt das den Endkundenpreis.
Netzentgelte
Erstmals seit Jahren sinken die Übertragungsnetzentgelte 2026 – wegen des Bundeszuschusses von 6,5 Milliarden Euro. Bei Verteilnetzen ist die Richtung uneinheitlich.
CO₂-Preis (BEHG)
Der nationale CO₂-Preis liegt 2026 im BEHG-Festpreissystem bei 55 €/Tonne. Er wirkt vor allem über Gas und Heizöl, indirekt aber auch auf den Strompreis-Mix.
Erneuerbare Energien
Solar- und Windausbau senken den Großhandelspreis in sonnigen oder windigen Stunden. Negative Spotpreise sind 2026 keine Seltenheit mehr.
Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro: Was ändert sich bei den Netzentgelten?
Am 22. Dezember 2025 hat die Bundesregierung beschlossen, die Übertragungsnetzentgelte 2026 mit 6,5 Milliarden Euro zu bezuschussen. Hintergrund: Die Netzbetreiber müssen den massiven Ausbau für Wind, Photovoltaik und neue Industrieanlagen finanzieren. Ohne Zuschuss wären die Entgelte 2026 deutlich gestiegen.
In Zahlen heißt das: Der Übertragungsnetzanteil im Strompreis liegt 2026 bei rund 2,86 ct/kWh – Finanztip nennt diesen Wert in seiner Strompreisanalyse für Mai 2026. Damit bleibt einer der größten Preistreiber der Vergangenheit zumindest für ein Jahr gedeckelt.
Quelle: Pressemitteilung der Bundesregierung, Niedrigere Netzentgelte für 2026 (22. Dezember 2025).
Wichtig: Der Zuschuss betrifft die Übertragungsnetze. Auf der Verteilnetzebene – also dort, wo der Strom bei dir ankommt – entscheiden die regionalen Netzbetreiber. Hier ist die Richtung 2026 uneinheitlich; einige Regionen sehen weiterhin steigende Verteilnetzentgelte.
Strompreis 2027 bis 2030: Was sich am Horizont abzeichnet
Für 2027 wird die Lage komplizierter. Der größte Wendepunkt heißt ETS-2: Ab 2027 werden Wärme und Verkehr in den europäischen Emissionshandel überführt. Der nationale Festpreis (BEHG, 55 €/Tonne 2026) endet, der Marktpreis übernimmt. Wie hoch der Zertifikatspreis wird, lässt sich heute nicht seriös sagen – Schätzungen reichen von rund 50 bis über 200 Euro pro Tonne.
Auf der anderen Seite stehen massive Effekte aus dem Erneuerbaren-Ausbau und dem Netzausbau. Studien wie die Frontier-Economics-Studie für den BDEW gehen davon aus, dass die Preise bis 2030 in einem Korridor von 28 bis 38 ct/kWh bleiben – mit einem leichten Rückgang im Idealszenario. Eine seriöse Punktprognose gibt es bei dieser Gemengelage nicht.
Wer 2026 langfristig plant – etwa beim Kauf einer Wärmepumpe oder eines E-Autos – sollte mit einem Korridor von 30 bis 35 ct/kWh rechnen und Puffer für ETS-2-Effekte einbauen.
Regionale Unterschiede: Strompreise in den Bundesländern
Der Bundesschnitt sagt wenig darüber aus, was du tatsächlich zahlst. Die größten regionalen Preisunterschiede entstehen 2026 durch die Verteilnetzentgelte – also den Betrag, den dein lokaler Netzbetreiber für den Stromtransport berechnet.
Tendenziell sind die Verteilnetzentgelte in einigen ostdeutschen Flächenländern höher als im Bundesdurchschnitt, weil dort viel Erneuerbaren-Erzeugung ins Netz eingespeist wird, aber wenige Großverbraucher in der Nähe sitzen. In dichten Ballungsräumen wie Berlin, Hamburg oder dem Ruhrgebiet liegen die Werte oft unter dem Durchschnitt.
Die genauen Werte für dein Postleitzahlgebiet veröffentlicht die Bundesnetzagentur im jährlichen Monitoringbericht. Einfacher: Im Stromvergleich von Checkalle siehst du nach Eingabe der PLZ direkt, welche Tarife in deiner Region verfügbar sind und wie sich der Endpreis zusammensetzt.
Was du jetzt tun solltest
Preisgarantie nutzen
Bei aktuell günstigen Spotpreisen kannst du dir mit einer Preisgarantie über 12 oder 24 Monate eine ruhige Phase sichern. Achte auf eine kurze Kündigungsfrist und vermeide Verlängerungen über zwei Jahre hinaus.
Aus der Grundversorgung wechseln
Die Grundversorgung ist 2026 in den meisten Regionen deutlich teurer als alternative Tarife. Ein Wechsel bringt für einen 3-Personen-Haushalt mit 3.500 kWh laut unserem Vergleich 2026 meist 200 bis 400 Euro Ersparnis pro Jahr.
Dynamische Tarife prüfen
Wenn du ein E-Auto, eine Wärmepumpe oder einen Heimspeicher hast, lohnt sich der Blick auf dynamische Stromtarife 2026. Sie folgen dem Spotpreis und können bei flexiblem Verbrauch günstiger sein. Das Risiko: stürmische Winter mit Preisspitzen.
Verbrauch im Blick behalten
Effiziente Geräte, LED-Beleuchtung und Standby-Vermeidung haben unabhängig vom Strompreis Wirkung. Das Umweltbundesamt empfiehlt, den eigenen Jahresverbrauch jährlich zu prüfen und mit Vergleichswerten der Verbraucherzentrale abzugleichen.
Prognosen sind keine Garantie
Strompreis-Prognosen sind mit erheblicher Unsicherheit behaftet. Geopolitische Ereignisse, ein extrem kalter Winter oder kurzfristige politische Entscheidungen können das Bild innerhalb weniger Wochen drehen. Plane mit einem Puffer und sichere dir günstige Konditionen, wenn sie auf dem Tisch liegen.
Häufige Fragen zur Strompreis-Prognose 2026
Werden die Strompreise 2026 steigen oder fallen?
Laut Verivox lag der durchschnittliche Haushaltsstrompreis im April 2026 bei rund 32,8 ct/kWh. Mehrere Anbieter haben zum Jahreswechsel Senkungen angekündigt, weil der Großhandelspreis und die Netzentgelte (Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro) zurückgehen. Im Jahresverlauf erwarten wir leicht fallende bis stabile Preise.
Wie hoch ist der durchschnittliche Strompreis 2026?
Im April 2026 zahlten Haushalte laut Verivox im Schnitt 32,8 ct/kWh. Bei Neukunden-Tarifen liegt der Wert je nach Region und Anbieter bei rund 25 bis 30 ct/kWh. Den aktuellen Spotvergleich findest du auf unserer Seite zu den Strompreisen 2026.
Welche vier Faktoren beeinflussen den Strompreis 2026 am stärksten?
Der Großhandelspreis an der Strombörse, die Netzentgelte (2026 durch Bundeszuschuss reduziert), der nationale CO₂-Preis (BEHG: 55 €/Tonne im Festpreissystem 2026) und der Anteil der erneuerbaren Energien. Welcher Treiber wie wirkt, hängt von deiner Region und deinem Anbieter ab.
Was bringt der Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro für die Netzentgelte 2026?
Die Bundesregierung hat am 22. Dezember 2025 einen Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro zu den Übertragungsnetzentgelten beschlossen. Das senkt die Netzgebühren bei Haushaltskunden 2026 spürbar – wie viel genau bei dir ankommt, hängt vom Netzbetreiber und vom Bundesland ab.
Lohnt sich 2026 ein Stromvertrag mit langer Preisgarantie?
Bei aktuell relativ günstigen Großhandelspreisen kann sich eine Preisgarantie über 12 oder 24 Monate lohnen. Du sicherst dich gegen Preissprünge ab, falls Gas oder CO₂ wieder teurer werden. Achte auf eine kurze Kündigungsfrist und vermeide automatische Verlängerungen über 12 Monate hinaus.
Wie hoch wird der Strompreis 2027?
Institutionelle Schätzungen für 2027 liegen je nach Szenario zwischen 28 und 38 ct/kWh. Treiber sind der ETS-2-Übergang (CO₂-Bepreisung im Wärme- und Verkehrssektor), der weitere Netzausbau und der Anteil der Erneuerbaren. Eine seriöse Punktprognose ist wegen der vielen Stellschrauben nicht möglich.
Gibt es 2026 noch eine Strompreisbremse?
Nein. Die Strompreisbremse ist zum 31. Dezember 2023 ausgelaufen. Seither greift keine staatliche Preisdeckelung mehr. Hintergründe und damals geltende Regeln findest du auf unserer Seite zur Strompreisbremse 2026.
Wie unterscheidet sich der Strompreis 2026 zwischen Bundesländern?
Der größte Anteil der regionalen Unterschiede entsteht durch die Netzentgelte. Sie liegen 2026 in einigen ostdeutschen Flächenländern höher, in dichten Ballungsräumen oft niedriger. Konkrete Werte veröffentlichen die Bundesnetzagentur und die regionalen Verteilnetzbetreiber jährlich.
Du suchst Hintergründe zur ausgelaufenen Strompreisbremse? Auf unserer Seite zur Strompreisbremse 2026 erklären wir, was bis Ende 2023 galt und warum sie nicht verlängert wurde.