
Biogas Vergleich 2026: Klimaneutral heizen mit gutem Gewissen
Biogas-Tarife sind keine Wundermittel — aber bei richtiger Auswahl reduzierst du deine CO₂-Bilanz beim Heizen deutlich. Hier siehst du, was Biogas wirklich kostet, woher es kommt und welche Anbieter echtes Reststoff-Biogas anbieten.
Das Wichtigste in Kürze
- Pure 100% Biogas: ca. 15 ct/kWh — etwa 980 € Mehrkosten pro Jahr bei 15.000 kWh Verbrauch (Quelle: Finanztip 2024)
- Methan-Leakage: Laut Umweltbundesamt entweichen ca. 5% des produzierten Methans unkontrolliert in die Atmosphäre
- Rohstoff-Mix in Deutschland: ~80% Energiepflanzen (Mais), ~20% echte Reststoffe (UBA)
- GEG §71f: Seit 2024 schreibt das Heizungsgesetz Biogas-Anteile für neue Heizungen vor
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Was ist Biogas wirklich?
Biogas entsteht durch die Vergärung organischer Stoffe ohne Sauerstoff. Klingt erstmal grün — aber die Realität ist komplizierter. In Deutschland werden laut Umweltbundesamt etwa 80% des Biogases aus Energiepflanzen wie Mais gewonnen. Nur 20% stammen aus echten Reststoffen wie Gülle, Bioabfall oder Klärschlamm.
Das ist wichtig für dich: Reststoff-Biogas gilt als nachhaltig, weil es Abfälle nutzt. Mais-Biogas ist umstritten — es konkurriert mit der Nahrungsmittelproduktion und erfordert intensive Landwirtschaft.
Reststoff-Biogas (empfohlen)
Aus Gülle, Bioabfall, Klärschlamm. Nutzt Abfälle, schließt Stoffkreisläufe.
Mais-Biogas (umstritten)
Aus Energiepflanzen. Konkurriert mit Nahrungsmittelanbau, intensive Landwirtschaft.
Ist Biogas wirklich klimaneutral?
Kurz gesagt: nicht vollständig. Bei der Verbrennung ist Biogas zwar CO₂-neutral, weil die Pflanzen das CO₂ vorher aufgenommen haben. Aber bei der Produktion entweichen laut Umweltbundesamt ca. 5% des Methans unkontrolliert in die Atmosphäre. Methan ist 28-mal klimaschädlicher als CO₂.
Hinzu kommt: Der Bundesgerichtshof hat 2024 entschieden, dass „klimaneutral“-Werbung nur zulässig ist, wenn die Kompensationsmethode klar erklärt wird. Pauschale „100% klimaneutral“-Versprechen ohne Erläuterung sind irreführend.
Verbraucherzentrale-Warnung: Viele Tarife enthalten trotz „100% Biogas“-Etikett nur 1-10% echtes Biogas, der Rest wird über Herkunftsnachweise bilanziell zugerechnet. (Quelle)
Was kostet Biogas im Vergleich zu Erdgas?
Die Preise hängen vom Biogas-Anteil ab. Hier eine Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus mit 15.000 kWh Verbrauch:
| Tarif-Typ | Arbeitspreis ca. | Jahreskosten ca. | Klimaeffekt |
|---|---|---|---|
| Reines Erdgas | 8-11 ct/kWh | 1.000-1.300 € | hoch |
| 10% Biogas | 9-12 ct/kWh | 1.100-1.450 € | gering |
| 50% Biogas | 11-14 ct/kWh | 1.350-1.750 € | mittel |
| 100% Biogas (Reststoff) | ca. 15 ct/kWh | ca. 1.980 € | hoch |
Quelle: Finanztip Biogas-Vergleich, 2024 · Preise variieren je Anbieter, PLZ und Tarif.
Welche Biogas-Anbieter sind seriös?
Echtes 100%-Biogas aus Reststoffen bieten unter anderem Polarstern, Naturstrom und Greenpeace Energy. Diese Anbieter sind mit dem Grünes Gas-Label zertifiziert (Reststoff-Pflicht, Investition in Energiewende).
Anbieter wie LichtBlick oder E.ON bieten flexible Biogas-Anteile von 5-100%, allerdings oft mit gemischten Quellen. Achte auf:
- Grünes Gas-Label oder ok-power-plus (strengste Standards)
- TÜV-Zertifikate prüfen nur die Herkunft, nicht die Nachhaltigkeit
- Ohne Siegel = oft Greenwashing
Detaillierter Anbieter-Vergleich mit Tabellen: Biogas-Ratgeber auf checkeverything.de.
Wechsel in 5 Schritten
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10%, 50% oder 100% je nach Budget und Klimaziel
- 3
Zertifizierung prüfen
Grünes Gas-Label > TÜV > kein Siegel
- 4
Vertrag online abschließen
Kostenlos, ohne Versorgungsunterbrechung
- 5
Bestätigung abwarten
Der neue Anbieter kümmert sich um die Kündigung
Das Beste: Du brauchst keine neue Heizung. Biogas (Biomethan) ist chemisch identisch mit Erdgas und läuft über das gleiche Gasnetz.
Lohnt sich Biogas wirklich?
Es kommt drauf an, was du erreichen willst:
- Maximaler Klimaschutz, Geld egal: 100% Reststoff-Biogas mit Grünes Gas-Label
- Kompromiss: 50% Biogas — etwa 350 € Mehrkosten pro Jahr, deutliche CO₂-Reduktion
- Sparfuchs: 10% Biogas-Tarife sind oft nur minimal teurer als Erdgas, der Klimaeffekt ist aber gering
- Wärmepumpe in Sicht: Wer in 2-5 Jahren auf Wärmepumpe oder Fernwärme umsteigt, sollte keinen teuren 100%-Biogas-Vertrag abschließen
Wer langfristig CO₂ sparen will, kombiniert Biogas mit besserer Dämmung und einer modernen Heiztechnik. Das Heizungsgesetz GEG §71f regelt Biogas-Anteile für neue Heizungen seit 2024.
Häufige Fragen zum Biogas Vergleich
Was ist der Unterschied zwischen Biogas und Ökogas?
Ökogas ist ein Sammelbegriff. Er umfasst echtes Biogas (aus Biomasse) und klimakompensiertes Erdgas (mit CO₂-Zertifikaten). Echtes Biogas senkt CO₂ direkt; Kompensation ist laut Verbraucherzentrale fraglich und schwer überprüfbar.
Wie viel CO₂ spare ich mit 100% Biogas?
Reststoff-Biogas reduziert CO₂-Emissionen laut UBA um ca. 80% gegenüber Erdgas. Bei Mais-Biogas ist die Bilanz schlechter. Bei 15.000 kWh Verbrauch entspricht das etwa 2.400 kg CO₂ Einsparung pro Jahr — abzüglich ca. 5% Methan-Leakage in der Produktion.
Kann ich mit meiner alten Heizung Biogas nutzen?
Ja. Biogas (Biomethan) ist chemisch identisch mit Erdgas. Du wechselst nur den Tarif, nicht die Technik. Die Lieferung läuft über das normale Erdgasnetz.
Gibt es genug Biogas für alle Haushalte?
Nein. Laut Bundesnetzagentur macht Biogas nur 1-2% des deutschen Gasverbrauchs aus. Reststoff-Biogas könnte theoretisch auf 10-15% wachsen. Für vollständige Versorgung wäre Power-to-Gas nötig (noch sehr teuer).
Was ist das Grünes Gas-Label?
Das Grünes Gas-Label ist die strengste Biogas-Zertifizierung in Deutschland. Anbieter müssen mindestens 10% echtes Biogas aus Reststoffen liefern und in die Energiewende investieren. Der TÜV prüft nur die Herkunft, nicht die Nachhaltigkeit.
Kostet ein Biogas-Wechsel etwas?
Nein. Der Wechsel ist kostenlos. Der neue Anbieter kümmert sich um die Kündigung deines alten Vertrags. Die Versorgung wird dabei nicht unterbrochen.
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