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Letzte Aktualisierung: · CheckAlle Redaktion

Beihilfe für Beamte: Welcher Satz gilt für dich?

Beim Bund trägt die Beihilfe 50 % deiner beihilfefähigen Krankheitskosten, 70 % für einen berücksichtigungsfähigen Ehegatten und 80 % je Kind (§ 46 BBhV). Deine private Krankenversicherung deckt nur den Rest. Welcher Satz bei dir gilt, hängt von deinem Dienstherrn und deiner Familiensituation ab. Konkrete Tarife und Beiträge findest du im Beamten-PKV Vergleich. Noch im Vorbereitungsdienst? Dann findest du alles zu Fristen, Beihilfesatz und Öffnungsaktion in der Krankenversicherung für Beamtenanwärter und Referendare.

Ehegatte: Grenze 22.648 €50 %/70 % Beihilfe (Bund)Restkosten-Tarif passend zur Beihilfe

Alle Sätze nach der Bundesbeihilfeverordnung. Landesbeamte richten sich nach der Beihilfeverordnung ihres Landes, die Werte weichen dort ab.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Bund beträgt dein Bemessungssatz 50 %, mit zwei oder mehr Kindern 70 %, im Ruhestand 70 % (§ 46 BBhV).
  • Ein Ehegatte bekommt 70 %, aber nur bis zur Einkommensgrenze von 22.648 € für Anträge ab 2026 (§ 6 Abs. 2 BBhV).
  • Jedes berücksichtigungsfähige Kind bekommt 80 %. Deine PKV versichert immer nur den verbleibenden Rest.
  • Die Länder rechnen eigenständig. Hessen etwa startet bei 50 % und erhöht je Person um 5 Prozentpunkte.

Was ist eine beihilfekonforme PKV?

Eine beihilfekonforme private Krankenversicherung versichert nur den Teil deiner Krankheitskosten, den die Beihilfe deines Dienstherrn nicht übernimmt. Beim Bund sind das standardmäßig 50 % (70 % mit mindestens zwei berücksichtigungsfähigen Kindern und für Versorgungsempfänger, geregelt in § 46 BBhV). Den vollständigen Verordnungstext findest du bei Gesetze im Internet.

Die Bundesländer haben jeweils eigene Beihilfeverordnungen. Sätze, beihilfefähige Aufwendungen und Karenzfristen unterscheiden sich. Dein Tarif sollte zum Beihilferecht deines konkreten Dienstherrn passen, sonst entstehen Versorgungslücken oder doppelte Beiträge. Mehr Hintergrund zur Sparte gibt es beim Verband der Privaten Krankenversicherung.

Beamtin und Beamter prüfen ihren PKV-Tarif

Beihilfesätze: Bund und Beispiele aus den Ländern

Die folgenden Sätze gelten für aktive Beamte und sind ein Auszug. Die jeweils aktuelle Verordnung ist beim Dienstherrn verbindlich.

DienstherrBeamter (Standard)Mit 2+ KindernVersorgungsempfängerQuelle
Bund50 %70 %70 %§ 46 BBhV
Bayern50 %70 %70 %Art. 96 BayBG / BayBhV
Nordrhein-Westfalen50 %70 %70 %§ 12 BVO NRW
Baden-Württemberg50 %70 %70 %§ 14 BVO BW
Hessen**50 %60 %60 %§ 15 HBeihVO
Hamburg (Wahlrecht)pauschal* / 50 %70 %70 %HmbBeihVO / § 80 HmbBG

*In Hamburg und einzelnen weiteren Ländern gibt es eine pauschale Beihilfe für GKV-Versicherte als Alternative zur klassischen Beihilfe.
**Hessen rechnet anders als der Bund: Der Satz startet bei 50 % und steigt je berücksichtigungsfähiger Person um 5 Prozentpunkte, höchstens auf 70 %. Bei zwei Kindern sind das 60 %. Versorgungsempfänger bekommen einen Zuschlag von 10 Prozentpunkten. Quellen siehe Tabelle. Stand: 18. August 2026.

Was die Beihilfe zahlt und was bei dir bleibt

Der Bemessungssatz entscheidet, wie groß der Rest ist, den deine private Krankenversicherung absichern muss. Die folgenden Werte stehen so in § 46 Abs. 2 und Abs. 3 der Bundesbeihilfeverordnung und gelten für Bundesbeamte.

WerBeihilfe (Bund)Rest für deine PKVRechtsgrundlage
Beamter, ledig oder ohne Kinder50 %50 %§ 46 Abs. 2 Nr. 1 BBhV
Beamter mit zwei oder mehr Kindern70 %30 %§ 46 Abs. 3 Satz 1 BBhV
Berücksichtigungsfähiger Ehegatte70 %30 %§ 46 Abs. 2 Nr. 3 BBhV
Jedes berücksichtigungsfähige Kind80 %20 %§ 46 Abs. 2 Nr. 4 BBhV
Versorgungsempfänger70 %30 %§ 46 Abs. 2 Nr. 2 BBhV

Und wenn du stattdessen freiwillig in die GKV gehst?

Dann zahlst du den Beitrag allein. Beamte haben keinen Arbeitgeberanteil, weil der Dienstherr stattdessen Beihilfe leistet. Rechnerisch sieht das 2026 so aus: Die Beitragsbemessungsgrenze für Kranken- und Pflegeversicherung liegt bei 5.812,50 € im Monat (69.750 € im Jahr, mehr dazu auf unserer Seite zur Beitragsbemessungsgrenze 2026). Auf diesen Betrag kommen der allgemeine Beitragssatz von 14,6 % und der durchschnittliche Zusatzbeitrag von 2,9 %, dazu die Pflegeversicherung mit 4,2 % für Kinderlose. Der Höchstbeitrag liegt damit bei rund 1.261 € im Monat. Wer weniger verdient, zahlt entsprechend weniger.

Beitragssätze und Bemessungsgrenze: Bundesgesundheitsministerium, Sozialversicherungsrechengrößenverordnung 2026. Verbindlich rechnet deine Krankenkasse. Einzelne Länder bieten stattdessen eine pauschale Beihilfe zur GKV an.

Was die PKV-Spalte nicht enthält

Pflegepflichtversicherung, mögliche Selbstbehalte und tariflich vereinbarte Mehrleistungen (z. B. Zwei-Bett-Zimmer). Ein neutraler Vergleich rechnet diese mit ein.

Wann die GKV vorne liegt

Bei niedrigem Einkommen, vielen Kindern, Vorerkrankungen oder pauschaler Beihilfe (Hamburg-Modell) kann die GKV langfristig günstiger sein. Vor allem dann lohnt sich ein ehrlicher Vergleich.

Was du als Beamter konkret gewinnst

Worauf es bei beihilfekonformer PKV ankommt

Drei nüchterne Gründe, warum die PKV für viele Beamte funktioniert, und drei Punkte, bei denen du genau hinschauen solltest.

Kosten teilen mit dem Dienstherrn

Frühes Eintrittsalter wirkt lebenslang

Tarif wird auf die Beihilfe abgestimmt

Sondertarif für Anwärter

Selbstbehalt als Spar-Hebel

Familie wird einzeln versichert

Bekannte Anbieter für beihilfekonforme Tarife

Welcher Anbieter zu dir passt, hängt von Eintrittsalter, Beihilfesatz und Wunschleistungen ab. Die folgenden Versicherer haben spezielle Beamten- und Anwärter-Tarife im Programm.

Debeka

Spezialisiert auf öffentlichen Dienst

  • Seit Gründung auf den öffentlichen Dienst ausgerichtet
  • Klassische Restkosten-Tarife (NK, BC, B30, B70)
  • Eigene Beratungsstruktur in vielen Behörden

DBV (AXA-Konzern)

Gegründet als Beamten-Versicherung

  • Tarifserien für Bundes- und Landesbeamte
  • Optionen für Anwärter mit Übergang in Beamten-Tarif
  • Konzernrückhalt durch AXA

Barmenia

Modulare Beamten-Tarife

  • Individuell kombinierbare Bausteine
  • Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit (vertragsabhängig)
  • Optionale Zahn-Komfortleistungen

Die Auflistung ist beispielhaft und nicht abschließend. Welcher Anbieter im Einzelfall am besten passt, zeigt nur ein vollständiger Tarifvergleich, idealerweise mit unabhängiger Beratung.

Anwärter, Beamter, Pensionär: Was zu tun ist

Drei typische Lebenslagen, drei klare Schritte. Die Reihenfolge ist nicht zufällig, sondern folgt der Beihilfelogik.

1. Beamtenanwärter

Tarifvergleich vor der ersten Krankmeldung. Anwärter-Sondertarife mit reduzierter Gesundheitsprüfung enden meist nach der Verbeamtung – die Übergangsregel sollte im Antrag stehen.

2. Aktiver Beamter

Beihilfesatz prüfen (Bund vs. Land), passende 50- oder 30-%-Tarife wählen. Bei Familienzuwachs Beihilfeumstellung und Tarifanteil anpassen lassen, dafür reicht meist ein Formular beim Anbieter.

3. Versorgungsempfänger

Mit Eintritt in den Ruhestand erhöht sich die Beihilfe beim Bund auf 70 %. Der PKV-Anteil sollte automatisch von 50 auf 30 % sinken. Plan eine Beitragsentlastungskomponente früh ein, sonst steigen die Beiträge im Alter.

Datenschutz und seriöse Anbieter

Anwärter? Lies die Übergangsklausel

Häufige Fragen

FAQ zur beihilfekonformen PKV

Die Fragen, die wir am häufigsten bekommen, in einer Antwort pro Punkt.

Häufig gestellte Fragen

Beihilfekonform heißt, dass dein PKV-Tarif genau zur Beihilfe deines Dienstherrn passt. Der Bund zahlt seinen Beamten 50 % der beihilfefähigen Krankheitskosten, 70 % bei zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern und für Versorgungsempfänger, 70 % für einen berücksichtigungsfähigen Ehegatten und 80 % je Kind (§ 46 Abs. 2 und 3 BBhV). Deine PKV deckt jeweils den Rest ab. Bei Landesbeamten gelten die Beihilfeverordnungen der Länder; die Sätze weichen dort teils ab.

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Der Beitrag richtet sich nach Eintrittsalter, Beihilfesatz, Dienstherr, Gesundheitsangaben und gewähltem Leistungspaket. Als Faustregel gilt: Je höher der Beihilfebemessungssatz, desto kleiner der privat abzusichernde Restanteil und damit der Beitrag. Verbindliche Werte siehst du erst nach Tarifvergleich und Gesundheitsprüfung.

Beihilfekonforme Restkostentarife bieten unter anderem Debeka, Barmenia, HUK-Coburg, AXA, DBV und Continentale an. Welcher Anbieter zu dir passt, hängt von Eintrittsalter, Beihilfesatz und Wunschleistungen ab, nicht vom Namen. Vergleiche deshalb immer mehrere Tarife und prüfe, ob der Tarif zur Beihilfeverordnung deines Dienstherrn passt.

Ohne Beihilfe oder Arbeitgeberzuschuss zahlen Beamte den GKV-Beitrag in der Regel komplett selbst (freiwillige Versicherung), inklusive Pflegeversicherung. Mit beihilfekonformer PKV teilst du die Kosten mit dem Dienstherrn auf 50/50 oder 30/70 auf. Für die meisten Beamtenanwärter und jungen Beamten ist das deutlich günstiger als die GKV. Lass dich aber für deine Lebenssituation individuell beraten.

Üblich sind drei Bausteine: ein 50-%-Tarif für die Restkosten (Standard für Bundesbeamte), ein 30-%-Tarif für Pensionäre oder Beamte mit zwei oder mehr Kindern und ein optionaler Standardtarif als Auffangoption. Anwärter bekommen meist Sondertarife mit niedrigem Eintrittsbeitrag. Welche Kombination zu dir passt, hängt vom Beihilfesatz deines Dienstherrn ab.

Drei Hebel funktionieren in der Praxis: ein Selbstbehalt von 300 € bis 600 € pro Jahr, der Verzicht auf Komfortleistungen wie Einzelzimmer, und der frühe Einstieg als Anwärter (Eintrittsalter senkt den Beitrag lebenslang). Manche Anbieter zahlen außerdem eine Beitragsrückerstattung von bis zu sechs Monatsbeiträgen, wenn du keine Leistung in Anspruch nimmst. Prüf das in den jeweiligen Tarifbedingungen.

Als Pensionär oder Versorgungsempfänger erhältst du in der Regel 70 % Beihilfe (Bund, § 46 Abs. 2 BBhV). Dein PKV-Tarif sollte automatisch von 50 % auf 30 % wechseln können. Frag bei Vertragsabschluss aktiv nach dieser Beihilfeumstellung, und plan eine Beitragsentlastungskomponente ein, falls dein Anbieter sie anbietet.

Ja, aber nur unter einer Einkommensbedingung. Für einen berücksichtigungsfähigen Ehegatten oder Lebenspartner gilt beim Bund ein Bemessungssatz von 70 % (§ 46 Abs. 2 Nr. 3 BBhV). Berücksichtigungsfähig ist er oder sie nur, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte im zweiten Kalenderjahr vor der Antragstellung unter der geltenden Grenze lag (§ 6 Abs. 2 BBhV). Für Anträge ab dem 1. Januar 2026 liegt diese Grenze bei 22.648 €. Maßgeblich ist also nicht das laufende Einkommen, sondern das von vor zwei Jahren.

Ein Beihilfeergänzungstarif springt dort ein, wo die Beihilfe zwar zuständig wäre, aber nicht den vollen Rechnungsbetrag anerkennt. Typische Fälle sind Zahnersatz, Sehhilfen, Heilpraktikerleistungen oder Beträge oberhalb der beihilfefähigen Höchstsätze. Dein normaler Restkostentarif deckt den prozentualen Rest, dieser Zusatzbaustein die Lücken darüber hinaus. Ob er sich lohnt, hängt davon ab, welche Leistungen deine Beihilfevorschrift begrenzt.

Der Bund regelt Beihilfeansprüche in der Bundesbeihilfeverordnung (BBhV). Jedes Bundesland hat zusätzlich eine eigene Beihilfeverordnung; die Sätze, beihilfefähigen Aufwendungen und Karenzzeiten unterscheiden sich teils. Achte beim PKV-Abschluss darauf, dass dein Tarif zur Beihilfe deines konkreten Dienstherrn passt, sonst entstehen Lücken oder Doppelversicherungen.

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Hinweis zu Inhalten: Beträge und Beispiele sind anonyme Modellrechnungen. Konkrete Beiträge ergeben sich erst nach Tarifvergleich, Gesundheitsprüfung und Berücksichtigung deines Beihilferechts. Diese Seite ersetzt keine Versicherungsberatung.

Quellen: Bundesbeihilfeverordnung (BBhV, § 6 und § 46), Beihilfeverordnungen der Länder, Bundesverwaltungsamt, Bundesgesundheitsministerium und Sozialversicherungsrechengrößenverordnung 2026, PKV-Verband. Stand: 18. August 2026.